Nordseeklinik Westfalen

Nordseeklinik Westfalen Behandlungsoptionen in der Schwerpunktklinik für Erkrankungen der Atemwege und der Lunge

Die Behandlungsschwerpunkte der zertifizierten Klinik sind u. a.:

  • Erkrankungen der Atmungsorgane (COPD, Lungenemphysem, Asthma, Zustand nach COVID-19 Erkrankung)

Leistungen:

  • Pneumologische Rehabilitation und AHB

Zusätzliche Angaben zu Leistungen:

  • COPD & Asthma Behandlungskonzepte sowie Nachsorgeprogramm
  • COVID-19 Behandlungskonzept: CORONACH® REHABILITATION


LONG COVID - Rehabilitation

CORONACH® Rehabilitationskonzept für Patienten nach COVID-19 Erkrankung  

Obwohl die COVID-19 / CORONA-Pandemie noch nicht überstanden ist, zeigen sich schon jetzt bei ca. 10-20 % der infizierten und genesenen Menschen Langzeitfolgen. Die akute Phase, in der sie infektiös waren und Symptome, wie Fieber, Luftnot, oder Kopf- und Gliederschmerzen hatten, ist zwar vorbei. Allerdings sind sie nicht gesund, denn das würde bedeuten, sie wären komplett symptomfrei. Das sind diese Menschen aber leider nicht! Häufig ist dann eine Rehabilitation in einer Fachklinik (Covid-19 / Corona) erforderlich.

Noch ist wenig über diese COVID-19 / CORONA-Langzeitfolgen bekannt, denn das Virus ist neu und so kann es aussagekräftige Studien noch nicht geben. Aber die Betroffenen selbst haben den Beschwerden schon Namen gegeben: Sie bezeichnen ihren Zustand als „LONG-COVID“ oder „Post-Covid-Syndrom“. Diese Bezeichnungen wurden auch von der Wissenschaft übernommen.


LONG-COVID Symptome und Behandlungsoptionen

Das Virus ist nicht mehr nachweisbar. Trotzdem zeigen sich im späteren Verlauf einer COVID-19-Infektion diverse Folgeerkrankungen. Zu deren Rehabilitation, die viele Schnittmengen mit den in unserer Klinik behandelten chronischen Erkrankungen der Atemwege und der Lunge zeigen, wurde unsere CORONACH®-Reha konzeptioniert und von unserem Team täglich weiter entwickelt.

Die folgenden Long-COVID-Spätfolgen haben Rehabilitanden, die bisher in unserer Nordseeklinik Westfalen behandelt wurden, gezeigt:


Eingeschränkte Lungenfunktion

Häufig beobachten wir pulmonale Spätfolgen, da vor allem die Lunge betroffen ist. In Röntgenbildern sind oftmals Narben im Lungengewebe nach einer COVID-19-Erkrankung, von denen wir heute noch nicht wissen, ob sie jemals wieder verschwinden werden, zu erkennen.

Patienten, die beatmet wurden, aber auch Erkrankte mit einer Lungenentzündung in Folge von COVID-19 leiden in der Regel unter Belastungsluftnot, eingeschränkter Leistungsfähigkeit, Kurzatmigkeit beim Sport oder anhaltendem Husten. Genesene zeigen oft ein reduziertes Lungenvolumen.

Auf der Basis der pneumologischen Expertise unserer medizinischen und therapeutischen Experten und der monatelangen Erfahrung mit Menschen, die von Long COVID betroffen sind, arbeiten wir kontinuierlich an Lösungen zur Milderung der Symptome.

Zusätzlich unterstützen die positiven Wirkfaktoren des Meeres auf die menschliche Gesundheit (LINK) und die direkt am Meeressaum durchgeführten (Atem-)Therapien unsere Patienten bei der nachhaltigen Gesundung.


Müdigkeit und Erschöpfung

Fatigue ist die medizinische Bezeichnung für chronische Müdigkeit. Sie ist bereits von anderen Erkrankungen bekannt. Sie kann als Begleiterscheinung bei chronischen Erkrankungen, wie Krebs, Rheuma und Aids, oder in Folge einer Chemotherapie auftreten.

Von einer chronischen Müdigkeit betroffene Patienten klagen über Symptome, wie Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, fehlende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sowie einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus.

Im Zusammenhang mit der COVID-19-Infektion wird vermutet, dass nicht das Virus selbst zum Fatigue-Syndrom führen kann, sondern eine vom Virus hervorgerufene Entzündungsreaktion. Dabei kommt es zu einer Ausschüttung von Entzündungsstoffen im Körper, die länger anhaltende entzündliche Veränderungen in praktisch allen Organen hervorrufen können. Obwohl der Mensch schon genesen ist, scheint im Körper immer noch eine Entzündung zu schwelen.

Bislang ist das Erschöpfungssyndrom wenig erforscht, sodass Ärzte nicht genau wissen, was genau im Körper passiert und welche Rolle die COVID-19-Infektion spielt.

Aus der Erfahrung der vergangenen Monate schließen die Experten der Nordseeklinik Westfalen, dass mit einer achtsamen Begleitung viele Long Covid-Patienten ihre Erschöpfung lindern oder auch überwinden können, wenn sie die unbedingt nötige GEDULD aufbringen! So konnten diese Betroffenen auch verhindern, dass sich der Zustand chronifiziert und zur Fatigue führt.


Muskelschwäche

Gerade nach einer längeren intensivmedizinischen Behandlung weisen Patienten eine typische Muskelschwäche auf, die als „Critical Illness“-Neuropathie beziehungsweise Myopathie bezeichnet wird. Intensivmediziner kennen diese Schwäche bereits von anderen Krankheitsbildern mit Langzeitbeatmeten.

Bei leicht und mittelschwer Erkrankten zeigen sich durch die langanhaltende Pandemiephase, auch vor und nach der eigentlichen Erkrankung durch die eingeschränkten Bewegungs- und Sportmöglichkeiten ebenso Rückbildungen der Muskulatur.

Generell ist es hier wichtig, mit einem gesunden Maß und einem achtsamen Trainingsanstieg wieder zu einer aktiven und gesunden Lebensführung zurückzukehren. Professionell begleitet durch Sport-, Bewegungs- und Atemtherapeuten, ergänzt durch das Wissen der Ernährungsexperten, fällt es leichter eine gemäßigte und gesunde Leistungsfähigkeit wieder zu erreichen.


Verlust/Einschränkung der Geschmacks- und Geruchssinne

Ein zahlreich auftretendes Symptom nach COVID-19 ist der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Diese Begleiterscheinung bleibt bei einigen Patienten noch über Wochen und Monate bestehen.

Diese Störungen treten meist als erstes Symptom auf und auch sehr oft bei milden Verläufen. Es wird angenommen, dass das Virus direkt das Geruchssystem befällt und Neuronen absterben. Eine Neubildung kann mehrere Monate dauern. Beim Geschmackssinn werden Hautzellen zusätzlich betroffen, welche sich allerdings alle 14 Tage erneuern.

Wichtig ist es in diesem Zusammenhang zu wissen, dass während der Erneuerungsphase der Neuronen der Betroffene zwar wieder riecht, aber die Duftstoffe falsch interpretiert werden. Teils empfinden Betroffene Lebensmittel als geruchs- und geschmackslos (Anosmie), oder erlebt andere Gerüche als erwartet (Parosmie). Erschwerend hinzu kommt, dass oft unangenehme Geruchswahrnehmungen an die Stelle des tatsächlichen Geruchs treten (Benzin, Abfluss, Fäkalien), was den Genuss beim Essen nachvollziehbar belastet.

Die Ernährungstherapeutinnen der Nordseeklinik Westfalen haben hierfür ein täglich durchzuführendes Sinnestraining entwickelt, bei dem neue Verschaltungen im Gehirn gebildet werden. Dieses Training beschleunigt die Wiederherstellung des Geruchs- und Geschmacksystems nachweislich.
 

Psychische Komponenten mit Sorgen & Ängsten

Ein großer Teil der Patienten haben die Sorge, ob sie jemals wieder ihre volle körperliche oder geistige Fähigkeit erreichen werden, oder ob Langzeitfolgen bleiben. Dazu gesellt sich die Angst um den Beruf – gerade auch bei langen Krankheitsverläufen. Vielen Betroffenen hilft es schon, wenn sie die Erlebnisse und die Erinnerungen an ihre CORONA-Erkrankung mit anderen Menschen teilen und besprechen können.

In der Akutphase der Erkrankung liegt der Fokus darauf die Patienten so zu behandeln, dass Folgeschäden möglichst vermieden werden. Für Patienten mit anhaltenden Symptomen empfiehlt sich nach der Akutbehandlung eine stationäre Rehabilitation.

Themenbezogene Gesprächsgruppen, bedarfsweise ergänzt durch Einzelcoachings können hier zur Verarbeitung des Erlebten, zur psychischen Gesundung und zur Stärkung der Resilienz beitragen.

Gemeinsames Ziel zusammen mit den Patienten ist es das Ziel der CORONACH®-Rehabilitation immer den größtmöglichen körperlichen und geistigen Gesundheitszustand zu erreichen und aufrecht zu erhalten, sowie nachhaltig die Lebensqualität zu steigern. Die Möglichkeit durch die Stärkung der eigenen Resilienz-Eigenschaften, das „Heft des Handelns“ größtenteils wieder selbst in die Hand zu nehmen, ist erstrebenswert und sollte das Ziel jeder Rehabilitationsmaßnahme sein.

zum Klinikeintrag                                                                                    zur Webseite

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