WHO erkennt Burnout als Krankheit an

Seit Jahrzehnten diskutieren Fachleute über Burnout als eigenständige Krankheit, denn das Syndrom nimmt seit Jahren stark zu. Die WHO hat darauf nun reagiert und Burnout im neuen internationalen Katalog zur Klassifizierung von Krankheiten (ICD) aufgenommen.

Zukünftig kann nun auch Burnout, welcher von der WHO auf chronischen Stress am Arbeitsplatz zurückgeführt wird, offiziell diagnostiziert und behandelt werden.

Der bisherige WHO-Katalog mit dem internationalen Klassifikationssystem ist seit Anfang der Neunzigerjahre gültig. In diesem wird Burnout noch nicht als Krankheit angesehen. Im letzten Jahrzehnt haben sich die Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund des Befundes Burnout verdreifacht. Im Jahr 2017 gab es in Deutschland etwa 166.000 Betroffene.

In der neuen Version des ICD-Kataloges wird Burnout nun von der WHO als Syndrom aufgrund von "Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann" geführt werden.

Die Krankheit wird in drei Dimensionen eingeteilt

  • ein Gefühl von Erschöpfung
  • eine zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job
  • ein verringertes berufliches Leistungsvermögen

Der Begriff Burnout darf ausschlißelich im beruflichen Zusammenhang und nicht für Erfahrungen in anderen Lebensbereichen verwendet werden, betont die WHO.

Weitere Änderungen im WHO-Katalog

Neben Burnout werden noch weitere Krankheiten ihren Weg ins neue Klassifikationssystem finden.

So kann zukünftig auch Video- bzw. Onlinespielsucht offiziell diagnostiziert werden. Laut WHO liegt diese vor, wenn ein Mensch über mehr als zwölf Monate alle anderen Aspekte des Lebens dem Spielen unterordnet.

Zwanghaftes Sexualverhalten, zum Beispiel bei übermäßigem Konsum von Pornos, wenn darunter das Sozialverhalten und Familien- oder Arbeitsleben beeinträchtigt wird, wurde ebenfalls als Gesundheitsstörung aufgenommen.

Dagegen wurde Transsexualität als vermeintliche Krankheit aus dem Verzeichnis gestrichen. Bislang fiel Transsexualität in die Kategorie psychischer Störungen.

 

Der neue ICD-11-Katalog soll zum 1. Januar 2022 in Kraft treten. Welche Auswirkungen die Anerkennung der neuen Krankheiten zum Beispiel auf die Arbeitswelt hat, bleibt abzuwarten.

 

 

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

Stand: 28.05.2019

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