Celenus - Herztag

Weltherztag am 29. September 2021

Prof. Dr. Roland Fries, Chefarzt der Celenus Gotthard-Schettler-Klinik, äußert sich zum Weltherztag und nennt die Vorteile digitaler Vernetzung im Gesundheitswesen und der Kardiologie.

Am 29.September ruft die World Heart Federation (WHF) wieder den Weltherztag aus. Die WHF vereint mehr als 200 wissenschaftliche Gesellschaften und Selbsthilfegruppen aus über 100 Ländern und versucht in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen kontinuierlichen Beitrag zur weltweiten Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit zu leisten. Hierzu unterstützt die WHF die Verbreitung von Informationen und Richtlinien, die allen Menschen ein längeres und gesünderes Leben ermöglichen sollen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind unverändert die häufigsten Gesundheitsstörungen und Todesursachen weltweit. Nach Mitteilung der WHF leben 520 Millionen Menschen mit solchen Erkrankungen und etwa 18,5 Millionen von ihnen kosten sie jährlich das Leben. In der aktuellen COVID-19-Pandemie haben sich Herz-Kreislauf-Patienten, wie andere chronisch Kranke, als besonders anfällig erwiesen.

Der diesjährige Weltherztag steht unter dem Motto „Verbindung“. Gemeint ist damit unter anderem die Verbindung mit dem eigenen Herzen, das vor allem durch gesunde Ernährung, viel Bewegung und den Verzicht auf Rauchen gesund erhalten werden soll. Die WHF regt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Nutzung moderner Digitaltechniken an wie tragbare Gesundheitsuhren und Smartphone-Apps. Viele Menschen haben in der modernen Welt die gefühlte Verbindung zu ihrem eigenen Körper teilweise verloren. Die wachsende Menge an zu verarbeitenden Informationen und die damit verbundene Notwendigkeit ständig zu vergleichen, zu bewerten und zu entscheiden hat viele Menschen kopflastig gemacht. Da unser Gehirn tatsächlich Vorgänge nicht wirklich parallel verarbeiten kann, sondern uns dies nur durch schnelles hin und her Springen zwischen den gleichzeitig bearbeiteten Aufgaben vorgaukelt, kann es mit Denken so ausgelastet sein, dass körperliche Signale nicht wahrgenommen und so natürliche Warnsignale vor drohenden Gesundheitsstörungen übersehen werden. In einem solchen Fall kann das Piepsen einer Uhr am Handgelenk eine wertvolle Hilfe sein. Gleiches gilt für den Anruf einer speziell ausgebildeten Fachkraft, die im Rahmen eines Gesundheitsprogramms auf ein telemedizinisch übermitteltes Herzsignal reagiert und eine Störung feststellt, die ärztlich abklärungsbedürftig ist. Hierzu werden spezielle, einfach bedienbare Geräte genutzt, die bei Hautkontakt Körpersignale aufzeichnen und über die Telefonleitung oder das Internet an Gesundheitszentralen übermitteln, wo sie ärztlich bewertet werden. Leider teilt die WHF auch mit, dass derzeit die Hälfte der Weltbevölkerung noch über keinen Zugang zum Internet verfügt und damit natürlich auch bezüglich des Zugangs zu gesundheitsrelevanten Informationen massiv benachteiligt ist.

Verbindung im Sinne von digitaler Vernetzung hat sich im Zusammenhang mit der COVID 19-Pandemie aber auch auf anderen Ebenen als hilfreich erwiesen. Zum Beispiel indem es möglich war, einem in einem Krankenhaus isolierten Menschen mit Hilfe eines tragbaren Computers Blick- und Sprachkontakt mit seinen Angehörigen zu ermöglichen und so einen wichtigen Beitrag zur emotionalen Stabilität und vielleicht sogar zum Überleben zu leisten. Möglicherweise werden solche Kontakte über Computerbildschirme bald den Besuch in der Arztpraxis und den Hausbesuch des Hausarztes teilweise ersetzen zumindest aber ergänzen, denn die Nutzung moderner Technologien darf nicht als Konkurrenz zum konventionellen Medizinbetrieb verstanden werden, sondern beinhaltet vielmehr vielfältige Möglichkeiten einer sinnvollen Erweiterung und Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Wir können dankbar sein, dass heute medizinische Befunde in weniger spezialisierten Einrichtungen über das Internet mit hochspezialisierten Kliniken ausgetauscht und besprochen werden können, um so zeitnah die richtige Behandlung zu bestimmen. Dies gilt zum Beispiel für einen Menschen mit Schlaganfall, der in einem kleineren Krankenhaus vorstellig wird, in dem keine spezialisierte neurologische Abteilung vorgehalten wird. Die bildgebende Diagnostik des Gehirns und seiner Durchblutung kann so einem weit entfernt befindlichen Spezialisten vorgestellt werden, der dann in Kenntnis des konkreten Krankheitsverlaufs entscheiden kann, ob ein spezielles Medikament zur Auflösung eines gefäßverstopfenden Blutgerinnsels gespritzt werden kann. Die richtige Entscheidung kann in diesem Fall maßgeblich sein dafür, ob eine lebenslange Behinderung oder gar der Tod eines Menschen vermieden wird.

Unabhängig von modernen Kommunikationstechnologien dürfen wir das Motto „Verbindung“ aber auch im übertragenen, emotionalen Sinne als Verbundenheit verstehen und uns daran erinnern, dass die immer komplexer werdenden Aufgaben, vor denen die Welt steht, nur solidarisch geschultert werden können. Das Recht auf Gesundheit verbindet alle Menschen auf diesem Planeten.

Autor: Celenus-Kliniken GmbH

Stand: 27.09.2021

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