Von Blasen und schmerzenden Füßen

Als Urologe kennt sich Dr. Michael Zellner vor allem mit der Blase im Inneren des Körpers aus. Einmal im Jahr verarztet er aber auch die äußeren Blasen. Immer, wenn die Füße der Pilger auf dem Weg nach Altötting aufgerieben sind, steht der Chefarzt der Abteilung Urologie/Neurourologie in der Johannesbad Fachklinik Bad Füssing bei der traditionellen Pfingstwallfahrt von Freising nach Altötting in Bayern bereit.

Und das seit 1976. Für seinen unermüdlichen Einsatz und für seine langjährige Tätigkeit im Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hat er am Mittwoch, 17. Januar 2018, in Freising das Ehrenzeichen am Bande erhalten.

Von schmerzenden Füßen über Hitzekollaps und Kreislaufzusammenbrüchen bis zur Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand hat Dr. Michael Zellner schon alles erlebt und behandelt. „Die drei Tage Fußmarsch bedeuten extreme Strapazen“, sagt der erfahrene Mediziner: „Die Pilger laufen 90 bis 120 Kilometer – das fordert jeden Körper.“ Wie – das hat er selbst einmal erlebt. „Während ich die ersten Jahre neben der Sani-Tätigkeit die gesamte Strecke ebenfalls zu Fuß zurückgelegt habe, hat die wachsende Gruppengröße die Begleitung im Sanitätswagen erforderlich gemacht. Als ich dann ein Jahr ausgesetzt habe und wieder gepilgert bin, war ich selbst mein bester Kunde“, erinnert er sich heute. Mittlerweile läuft der Arzt nicht mehr mit den Pilgern mit; er begleitet die Wallfahrt im Auto, um immer rechtzeitig zur Stelle zu sein, wenn eine Gruppe Pause macht. Dann klebt er nicht nur Pflaster auf wunde Füße und bringt Kreisläufe wieder in Schwung, sondern kuriert im Gespräch auch das ein oder andere Motivationstief.

Flexibel auch im Flug

„Im Rettungsdienst lernt man zu improvisieren, flexibel zu sein“, erklärt Dr. Michael Zellner seine Begeisterung für diesen Herzensjob. Im Krankenhaus habe er als Arzt hervorragende Voraussetzungen und eine Luxusausstattung, wie er es nennt. Im Notarztwagen oder im Hubschrauber dagegen seien die apparativen und personellen Möglichkeiten begrenzt. „Wir gehen bei Unfällen und Einsätzen immer erst einmal vom Schlimmsten aus, dann werde ich schon nicht negativ überrascht“, sagt der Chefarzt und fügt an: „Das prägt auch meinen Alltag in der Johannesbad Fachklinik. Ich bagatellisiere nichts – dabei bin ich aber kein Schwarzmaler.“

Schließlich hat Dr. Michael Zellner schon viel erlebt in seiner Zeit als ehrenamtlicher Helfer im BRK, die bei der Wasserwacht und beim Jugend-Rotkreuz begann. „Ein Geisterfahrer-Unfall mit vier Toten und Schwerverletzten – da musste ich schnell reagieren, ein Katastrophenteam zusammenstellen und vor Ort leiten“, erinnert er sich an ein schreckliches Erlebnis. Es gibt aber auch die schönen Momente: „Einmal habe ich ein Baby im Rettungswagen auf die Welt gebracht.“ Diese Arbeit schult auch seine Sicht auf den ganzen Menschen. Dr. Michael Zellner sagt: „Urologe bin ich aus Überzeugung. Dennoch habe ich immer den gesamten Körper im Blick. Davon profitieren auch meine Patienten in der Johannesbad Fachklinik Bad Füssing.“

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

Stand: 25.01.2018

Quelle:

Johannesbad Reha-Kliniken AG & Co. KG

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