Medizinische Reha: Verordnungsformular wird angepasst

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine stationäre Reha, auch wenn es ambulante Möglichkeiten gibt. Das Formular für die Reha-Verordnung muss daher entsprechend angepasst werden. Das neue Formular soll ab dem 1. April 2020 genutzt werden.

Auf dem geänderten Formular können Ärzte ankreuzen, dass sie einem pflegenden Angehörigen eine stationäre Reha verordnen. In diesem Fall ist der Grundsatz „ambulant vor stationär“ ausnahmsweise nicht zu beachten. Durch die Pflegesituation kann es für pflegende Angehörige schwierig sein, eine ambulante Rehabilitation in den regulären Tagesablauf zu integrieren. Der Rechtsanspruch wurde 2019 mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz geschaffen.

Nicht nur das Ankreuzfeld für pflegende Angehörige ist neu auf dem Formular. Pflegende Angehörige können sich wünschen, dass der Pflegebedürftige während der Rehabilitation in ihrer Reha-Einrichtung betreut wird oder in einer anderen Einrichtung (z.B. Kurzzeitpflege). Die gewünschte Versorgungsform kreuzen Ärzte auf dem neuen Formular an.

Unter Umständen kann der Pflegebedürftige nicht mit in der Reha-Einrichtung aufgenommen werden. Dann muss die Kranken- beziehungsweise Pflegekasse seine Betreuung für die Zeit organisieren, in der der pflegende Angehörige in der Reha-Einrichtung ist.

Sprechen medizinische Gründe gegen die Mitaufnahme des Pflegebedürftigen, geben Ärzte diese unter „Sonstiges“ an. Dies kann etwa bei schweren Erschöpfungssyndromen oder depressiven Störungen des pflegenden Angehörigen der Fall sein, bei denen eine räumliche/örtliche Distanzierung vom sozialen Umfeld für eine positive Reha-Prognose notwendig erscheint.

Als pflegende Angehörige gelten Versicherte, die Pflegebedürftige (Pflegegrad 1-5) nicht erwerbsmäßig in deren häuslicher Umgebung pflegen. Dazu zählen Familienmitglieder sowie Verwandte, es können aber beispielsweise auch ehemalige Ehepartner sein. Eine abschließende Definition gibt es im SGB V nicht, als Orientierung kann das SGB X für Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz dienen (§ 16 Absatz 5 SGB X).

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

Stand: 24.01.2020

Quelle:

Quelle: KBV Kassenärztliche Bundesvereinigung

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