Thüringer Kliniken ringen um ärztliches Personal

Stockende Anerkennungsverfahren bedrohen die Versorgung von Patienten in Krankenhäusern und Reha-Kliniken. In Thüringen werden dringend Ärzte für Krankenhäuser und Reha-Kliniken gesucht, um die bisherige Versorgungsqualität zu sichern.

Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass in den Thüringer Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken die Stellenbesetzung mit dem erforderlichen ärztlichen Fachpersonal zunehmend schwieriger geworden ist. Unbesetzte Ärztestellen und fehlende Bewerber sind inzwischen ein andauerndes Problem im Thüringer Gesundheitswesen. Die Personalnachfrage übersteigt schon seit über einem Jahr die Zahl der potentiellen Bewerber. Gleichzeitig werden an die Leistungserbringer im Rahmen der Thüringer Verordnung über Qualitäts- und Strukturanforderungen (ThürQSVO) strenge Vorgaben zur ärztlichen Besetzung je Fachbereich der Kliniken gemacht. Es ist absehbar, dass in den kommenden Jahren ein Versorgungsengpass aufgrund des Personalmangels droht.

Die Ursachen sind komplex und vielschichtig, betreffen jedoch flächendeckend alle Klinikträger im Freistaat. Besonders bedenklich sind die langwierigen behördlichen Bearbeitungszeiten des Thüringer Verwaltungsamtes zur Anerkennung der im Ausland erworbenen Abschlüsse. „Im Schnitt warten die ärztlichen Bewerber aktuell bis zu neun Monate und länger auf einen Prüfungstermin zur Anerkennungsprüfung ihrer im Nicht-EU-Ausland erworbenen Berufsabschlüsse“, beklagt Heinz Dahlhaus, Vorsitzender im Vorstand und Mitglied der Geschäftsführung der m&i Klinikgruppe Enzensberg. Sogar die Vermittlung durch Personalagenturen gerät ins Stocken. Das Problem in dieser Ausprägung gibt es bundesweit nur in Thüringen.

In zahlreichen Gesprächen haben die Vertreter der Leistungserbringer die Politik und das Thüringer Sozialministerium (TMASGFF) auf die Sachlage hingewiesen. Die hier erörterten Lösungsvorschläge zur Verkürzung der Wartezeiten auf die ärztlichen Kenntnisprüfungen wurden bislang nicht umgesetzt.  Thüringen droht damit im kommenden Jahr eine erhebliche Reduzierung der bisherigen Versorgungsqualität.

„Wir brauchen dringend die politische Unterstützung für ein effizientes und sicheres Anerkennungsverfahren im Thüringer Landesverwaltungsamt“, betont Dr. Franka Köditz, 1. Vorsitzende des Vorstands: „Andernfalls besteht die Gefahr, die Versorgung der Patienten nicht mehr sicherstellen zu können. Leidtragende sind die Patienten. Sie müssten dann in andere Kliniken ausweichen. Die wohnortnahe, flächendeckende Versorgung ist aktuell so stark gefährdet wie noch nie.“

Deshalb spricht sich der Verband der Privatkliniken für eine intensive politische Unterstützung bei der Kommunikation mit dem Thüringer Landesverwaltungsamt aus.

Autor: Verband der Privatkliniken in Thüringen e.V.

Stand: 16.10.2019

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