Suchtselbsthilfe – unverzichtbarer Teil in der Suchttherapie

Selbsthilfegruppen als wichtiges „Werkzeug“ auf dem Weg zu einer zufriedenen Abstinenz

SHG Bedeutung

Donnerstags, 19.00 Uhr in der Paracelsus-Berghofklinik: wöchentliche Vorstellung einer regionalen Selbsthilfegruppe. Ein fester Termin im Therapieplan für alle Patienten, auch für die Zeit nach dem stationären Aufenthalt in der Berghofklinik. Im Rahmen der Vorstellungen informieren die verschiedenen Selbsthilfegruppen über ihre Struktur, ihre Arbeitsweise und geben Einblicke, wie Selbsthilfegruppe funktioniert. Unter den sich vorstellenden Selbsthilfegruppen finden sich die bundesweiten Suchtselbsthilfeverbände wie Anonyme Alkoholiker, Guttempler, Kreuzbund, Blaues Kreuz oder Freundeskreis.

Dass die Sucht-Selbsthilfe ein unverzichtbarer Teil ist, zeigt einmal mehr die im Dezember 2018 veröffentlichte Statistik der Sucht-Selbsthilfegruppen. Eindeutig ist: Jeder fünfte Suchtkranke ist durch die Selbsthilfegruppe abstinent geworden. Rund 87 % der Erkrankten bleiben ohne Rückfall, nur 13 % werden rückfällig. Das ist ein Wort! Beeindruckend sind zudem die Zahlen der durch die Gruppenangebote erreichten Personen. Mit 4.110 Gruppenangeboten konnten in 2017 bundesweit rund 70.000 Personen erreicht werden. Als erster wichtiger Schritt in Richtung zufriedene Abstinenz kann die stationäre Entwöhnungsbehandlung z.B. in der Berghofklinik gesehen werden. Vor den Betroffenen liegt meist noch ein langer Weg, den sie aber bewusst mit der Behandlung in einer Fachklinik einleiten. Der weitere Weg und die Festigung beginnen dann nach der Therapie im gewohnten sozialen Umfeld unter anderem mit Unterstützung durch Selbsthilfegruppen.
„Wir sehen und schätzen die Selbsthilfegruppen ganz klar als eine wichtige Ergänzung in der Suchttherapie hin zu einer langfristigen Stabilisierung unserer Patienten. Sie sind eine wertvolle Ergänzung unserer fachlichen Behandlung“, betont Jana Bergerbusch, leitende Psychologin der Berghofklinik. Die Rückkehr ins gewohnte Umfeld aus dem geschützten Rahmen der stationären Therapie stelle eine große Herausforderung für die Patienten dar. In der Therapie gebe man den Patienten Rüstzeug an die Hand, um die selbst gewählte zufriedene Abstinenz zu Hause halten zu können, so Bergerbusch weiter. Das auf diesem Weg die Selbsthilfegruppen ein wichtiges Werkzeug sind, stehe außer Frage. Die im Dezember 2018 veröffentlichte Statistik untermauere diesen Punkt sehr deutlich und unterstreiche die eher noch zunehmende Bedeutung der Selbsthilfegruppen. Diese Tendenz stelle auch die Klinik fest. So gebe es seit Sommer letzten Jahres auch regelmäßige Vorstellungen einer Glücksspiel-Selbsthilfegruppe in Bad Essen. Damit werde man speziell den Anforderungen der Patienten mit der Indikation „Pathologische Glücksspiel- und Mediensucht“ gerecht, ergänzt Bergerbusch.

Auch für die Vertreter der Selbsthilfegruppen sind die wöchentlichen Patientenvorstellungen ein großes Anliegen, haben sie doch selbst die stützende Erfahrung durch die Selbsthilfegruppenbesuche machen können. Die verschiedenen Gruppen halten der Klinik schon seit Jahren ihre Treue, zeigt dies doch einmal mehr die große Verbundenheit zueinander. Bei den jährlichen Arbeitsessen, die die Klinik als Dank für den Einsatz der Gruppen ausrichte, könne man immer wieder viele vertraute und bekannte Gesichter erkennen. Das freut uns sehr, spricht es doch für das Engagement und für die Verbundenheit des Einzelnen mit unserer Klinik. Den ein oder anderen haben man auch bereits als Patienten auf dem Weg zu seiner Abstinenz begleitet. Quasi Paradebeispiele dafür, dass Selbsthilfegruppenbesuche dazu beitragen, die Abstinenz und die jeweiligen Behandlungserfolge zu sichern, so Bergerbusch.

Autor: Paracelsus-Kliniken Bad Essen

Stand: 07.02.2019

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