Risiken des Alkohols zu Karneval nicht unterschätzen

Chefarzt der Paracelsus-Wiehengebirgsklinik in Bad Essen warnt vor den Folgen des erhöhten Alkoholkonsums an den tollen Tagen / Rat zur Vorsicht für Unerfahrene und medizinisches „Stopp“ für Kinder und Jugendliche

Alkohol gehört für viele zum Karneval wie das Verkleiden, der Umzug und die gute Laune. Doch das närrische Treiben mit Promille hat auch seine Schattenseiten. „Wir erleben leider
immer wieder, dass in Zeiten des Karnevals Patienten in Akutklinik eingeliefert werden, die erheblich zu viel Alkohol getrunken haben“, erklärt Chefarzt Dr. Egbert Herrmann von der Paracelsus-
Wiehengebirgsklinik in Bad Essen. „Das betrifft insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, die ihre Grenzen hinsichtlich Alkoholkonsum deutlich überschätzen. In nicht wenigen
Fällen kommt es zu lebensbedrohlichen Zuständen, die eine intensivmedizinische Behandlung erfordern.“ Man wolle als Reha-Klinik nicht den Zeigefinger erheben, plädiere aber
nachdrücklich für einen bewussten und vorsichtigen Umgang mit Alkohol in der fünften Jahreszeit, so der Mediziner. „Alkohol wirkt auf das Zentrale Nervensystem (ZNS). Erste psychische
und somatische Ausfallerscheinungen können bereits ab 0,3 Promille auftreten”, erklärt er. „Eine Alkoholvergiftung setzt schon zu diesem Zeitpunkt ein und nicht wie landläufig vermutet
erst bei einer sehr hohen Dosierung.“ Bei zu viel Alkohol innerhalb kurzer Zeit könne der Körper ihn nicht mehr abbauen und der Alkoholspiegel steige. Ab vier Promille werden Puls
und Atmung langsamer und man riskiert bewusstlos zu werden, ab fünf Promille kann die Alkoholdosis sogar tödlich sein.

Das eigene Limit kennen
Einen generellen Grenzwert für den tolerierbaren Alkoholgenuss gibt es aus medizinischer Sicht nicht. Je nach Geschlecht, Körpergewicht, genetischer Veranlagung, der Persönlichkeitsstruktur
sowie der körperlichen Situation (z. B. nach einem reichhaltigen Essen) können Aufnahme und Wirkung sehr unterschiedlich ausfallen. „Man sollte sehr genau auf seinen Körper achten und sein Limit kennen“, empfiehlt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. „Wer selten Alkohol zu sich nimmt, sollte besonders vorsichtig sein. Im Zweifelsfall lieber ein Glas dankend ablehnen, eine Runde auslassen und die tollen Tage dafür heil überstehen.“ Dies gelte insbesondere für Patienten mit Vorerkrankungen, z. B. einer Stoffwechselkrankheit, Schuppenflechte oder Lebererkrankungen. Hier kann Alkohol den Gesundheitszustand erheblich verschlechtern.

Kein Alkohol für Minderjährige
Ein absolutes „Stopp” kommt aus medizinischer Sicht für den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen. „Alkohol kann in jungen Jahren im Gehirn erhebliche Schäden anrichten.
Deshalb muss hier eine Null-Toleranz-Grenze aus medizinischer Sicht gelten“, so Chefarzt Dr. Herrmann. Ein früher Alkoholkonsum bremse nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht nur
die Entwicklung des Gehirns im Alter zwischen 13 und 18 Jahren, sondern habe auch einen negativen Effekt auf das Verhalten. Je früher man mit dem Alkoholtrinken anfängt, umso größer
ist darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit, später in eine Abhängigkeit zu geraten.

Böse Überraschung am Veilchendienstag
Häufig unterschätzt wird nach Angaben des Mediziners von Paracelsus auch die Langzeitwirkung des Alkohols. „Der Körper braucht 60 bis 90 Minuten, um 0,1 Promille abzubauen. Das
passiert zu rund 90% durch die Leber und ca. 7% durch Lunge und Haut. Manche Medikamente wie Aspirin verlangsamen den Abbau von Alkohol“, erklärt Dr. Herrmann. Wer also am
Veilchendienstag Autofahren will, kann noch einen erheblichen Rest-Alkoholspiegel im Blut haben. Das führt zu Konzentrationsschwächen und Müdigkeit und erhöht das Unfallrisiko.
Besser ist es, dem Körper hier eine Pause zu gönnen und den „Kater” mit einer ausgewogenen Ernährung, Mineralwasser und Fruchtsaft zu bekämpfen.

 

Paracelsus-Kliniken in Bad Essen hervorragend aufgestelltes Rehabilitations-Zentrum im Süden Niedersachsens
Die Paracelsus-Kliniken konzentrieren mit ihren vier Einrichtungen (Berghofklinik, Berghofklinik II, Wiehengebirgsklinik und Wittekindklinik) am Standort Bad Essen ein umfassendes
Spektrum an Rehabilitationsangeboten an einem landschaftlich reizvollen Ort. Jahrzehntelange Erfahrung in der Suchtrehabilitation sowie in der Behandlung psychischer und psychosomatischer
Erkrankungen werden hier zum Wohl der Patientinnen und Patienten eingesetzt. So findet sich in Bad Essen als einzigem Standort in Niedersachsen das komplette Spektrum der
Rehabilitation Pathologischer Glücksspielsucht. Die unterschiedlichen Einrichtungen ermöglichen den nahtlosen Übergang von stationärer Entwöhnung zur Adaption – also der alltagsgetreuen
Wiedereingliederung in das Leben außerhalb der Klinik. Darüber hinaus sind die Kliniken Vorreiter im Bereich innovativer Konzepte wie zum Beispiel die integrierte Sucht- und orthopädische
Rehabilitation oder Paartherapie. „Besonders freuen wir uns über die Anerkennung unserer Leistungen durch unabhängige Bewertungen. Wir wurden als TOP-Rehaklinik
ebenso ausgezeichnet wie als familienfreundlicher Arbeitgeber“, berichtet der Geschäftsbereichsleiter für die Reha-Kliniken der Paracelsus-Gruppe, Tobias Brockmann, stolz.

Autor: Paracelsus-Kliniken Bad Essen

Stand: 13.02.2020

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