Referent zeigt Therapiemöglichkeiten bei Arthrose auf

Wege aufzeigen, wie man mit der Gelenkerkrankung umgehen kann – das war das Ziel des Vortrags „Arthrose, was nun?“ im Rahmen der Vortragsreihe Gesundheit im Medienhaus Ravensburg. Bis auf den letzten Platz war der Veranstaltungsraum von Schwäbisch Media gefüllt. Professor Krischak, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Federseeklinik in Bad Buchau und Leiter des Instituts für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm, zeigte anschaulich, was Betroffene medizinisch rund um eine zielgerichtete Therapie sowie Knie- und Hüftprothesenoperationen wissen sollten.

Welche konservativen Therapiemöglichkeiten gibt es bei Arthrose? Operieren oder nicht operieren lassen? Vor diesen Fragen stehen Betroffene, wenn es um die Behandlung von Arthrose geht. Bei Recherchen und der vorhandenen Informationsflut im Internet ist diese Frage nicht immer leicht zu beantworten. „Als leidenschaftlicher Wissenschaftler zusammen mit meiner jahrelangen Erfahrung aus der Praxis, ist es mir besonders wichtig, Behandlungsmethoden vor dem Hintergrund einer hohen Studienqualität einzuordnen“, so Krischak. „Denn nicht alles, was heute angepriesen wird, hat auch einen Nutzen für den Patienten“.

Dass die Diagnose Arthrose nicht selten vorkommt, zeigen die Statistiken, unter den Top 10 der Krankenhaus-Diagnosen ist die Erkrankung zu verzeichnen. Einen sicheren Schutz vor der Gelenkerkrankung, bei der immer mehr Bereiche des Gelenkknorpels zerstört werden, gibt es nicht. Das Gewicht eines Menschen alleine ist nach heutigem Wissensstand kein entscheidendes Kriterium für die Entwicklung der Gelenkkrankheit. „Wir erkennen heute vielmehr entzündliche Vorgänge und Stoffwechselprobleme als die wesentlichen Ursachen für die Knorpelzerstörung“, so Krischak.

Für Gert Krischak ist die richtige Diagnosestellung essenziell für die zielgerichtete Therapie. Dass die Erkennung von Arthrose, deren Stadium und Behandlung nicht immer einfach ist, liegt auch an der Vielschichtigkeit, die zur Erkrankung führt. Bei der Arthroseerkrankung führt der Knorpelabrieb zu einer Reizung der Gelenkinnenhaut, die dann eine Entzündungsreaktion mit Schmerzen bewirkt. Erzeugt die Entzündung einen größeren Gelenkerguss, führt der Druck im Gelenk und die chemische Reizung zu einer weiteren Schädigung. Infolgedessen leiden Betroffene unter dem typischen „Arthrose-Schmerz“, der sich unter anderem durch wechselnde Schmerzen im betroffenen Gelenk, u.a. dem „Anlaufschmerz“, auszeichnet. Im Endstadium der Erkrankung liegt der Knochen letztlich blank und ist dann mit starkem Nacht- und auch Dauerschmerz verbunden. Der Verlust der Beweglichkeit in Alltagssituationen mit einem großen Unsicherheitsgefühl ist die Folge.

Prof. Dr. Gert Krischak, der als ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet gilt und der Deutschen Gesellschaft für Physikalische und Rehabilitative Medizin als Präsident vorsteht, empfiehlt zunächst immer eine konservative Therapie. „Ein Röntgenbild ist keine OP-Indikation, sondern immer nur dann die beste Lösung, wenn die konservativen Therapien ausgereizt sind“, so Professor Krischak. Eine konservative Behandlung soll die Entzündung hemmen oder eindämmen, Schmerzen lindern und die Funktion verbessern. Hier kann auf eine große Palette von Hilfsmitteln, wie Bandagen, Tapeverbände oder Alltagshilfen, zurückgegriffen werden. Die physikalische Therapie in Form von Physiotherapie, Bewegungstherapie, Bädern oder Ergotherapie sind essenzielle Pfeiler der Therapie. Bei ausgewählten Injektionen gibt es heute nachgewiesene, sehr wirksame Medikamente, die direkt in das Gelenk eingespritzt werden. Hier verweist Professor Krischak auf die neue Studienlage: „Bei hochmolekularer Hyaluronsäure und Eigenbluttherapie mit plättchenreichem Plasma existieren heute sehr überzeugende Ergebnisse, die eine deutliche Linderung für bis zu einem Jahr in Aussicht stellen“.

Der Zeitpunkt für eine Operation mit einem Gelenkersatz ist dann erreicht, wenn die Schmerzen und die Mobilität durch diese Maßnahmen nicht mehr verbessert werden können. Die Endoprothetik ist heute eine gute und auch sichere Operationsmethode. „Sicher leistet man sich in Deutschland eine hohe Anzahl dieser Operationen. Entscheidend ist, den Nutzen gegen die Risiken abzuwägen; und das muss in jedem Einzelfall geschehen“. Gelenkluxationen, Infektionen und andere Risiken wie Thrombosen seien hier an erster Stelle zu berücksichtigen. Für die Zeit nach einer solchen OP benötigen nahezu alle Patienten eine Rehabilitation, um die Rückkehr in den Alltag sicher zu gewährleisten. Die Bedeutung der Rehabilitation für die Gesundung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. „Viele Patienten machen sich sehr viele Gedanken über die Operation, und zu wenig über die Zeit danach“. Hier heißt es, sich frühzeitig über eine Rehabilitation zu informieren. Viele wissen nicht, dass es ein Wunsch- und Wahlrecht für die Rehabilitation nach dem Sozialgesetzbuch gibt, auf das man sich berufen kann. Hier lohnt es sich in jedem Fall, bereits vor der Operation bei der Krankenversicherung oder Rentenversicherung nachzufragen.

Bis auf den letzten Platz war der Veranstaltungsraum von Schwäbisch Media gefüllt. Professor Krischak, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Federseeklinik in Bad Buchau und Leiter des Instituts für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm, zeigte anschaulich, was Betroffene medizinisch rund um eine zielgerichtete Therapie sowie Knie- und Hüftprothesenoperationen wissen sollten.

Autor: Gesundheitszentrum Federsee Moor-Heilbad Buchau gGmbH

Stand: 20.11.2019

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