Rechnet sich Reha?

Über eine Million medizinische Reha-Leistungen erbringt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) jedes Jahr. Dafür gab sie 2016 rund 4,7 Milliarden Euro aus. In einer aufwendigen Studie wurden nun Kosten und Nutzen einer Reha verglichen.

Lohnt sich Reha? Rechnet sich das viele Geld?

Die Antwort darauf wurde nun in einem umfangreichen Datensatz gegeben, den Wissenschaftler des Institutes für Rehabilitationsmedizinische Forschung (IfR) an der Universität Ulm analysierten. Dr. Rainer Kaluscha ist der stellvertretende Leiter des IfR, er war einer der beteiligten Wissenschaftler.

Die DRV Baden-Württemberg, die DRV Bund und die AOK Baden-Württemberg stellten einen umfangreichen Datensatz zur Analyse zur Verfügung.So konnten die anonymisierten Behandlungsabläufe ausgewertet werden. Für die Studie herangezogenen wurden Versicherte mit chronischen Rückenschmerzen. Für die Analyse wurden 2.500 Versicherte, die eine Reha erhielten, rund 30.000 Fällen gegenübergestellt, die dem Behandlungsmuster ähnelten, aber keine Rehamaßnahme erhielten.

Für die Auswahl von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen gab es zwei Gründe. Zum einen leiden viele Menschen unter chronischen Rückenschmerzen, durch die hohe Anzahl der Krankheitstage hat die Indikation eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Zum anderen wird der Nutzen einer Reha gerade bei diesen Fällen immer wieder bezweifelt.

Die Kosten einer Reha für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen betragen zwischen 2.500 und 3.000 Euro - inklusive Unterbringung, Vollverpflegung und medizinischer Betreuung.

Überrascht waren die Wissenschaftler von der Feststellung, dass Patienten, die keine Reha durchführten, später deutlich höhere Krankenhauskosten verursachen. Die stationären Behandlungskosten waren im dreijährigen Beobachtungszeitraum durchschnittlich um rund 1.650 Euro höher als die der Rehapatienten.

Auch der Spareffekt durch eine Reha wurde anhand der Studie berechnet. So belaufen sich die Kosten für den Arbeitsausfall und die Reha pro Versicherten auf rund 5.070 Euro. Auf der Nutzen-Seite stehen beispielweise Einsparungen durch weniger Krankheitstage nach der Reha, eingesparte akutstationäre Leistungen oder auch verzögerte bzw. vermiedenen Berentungen. Stellt man nun Kosten und Nutzen gegenüber, so zeigt sich, dass eine Reha im ersten Folgejahr pro Versichertem etwa 728 Euro spart. Werden alle Effekte zusammengerechnet und überträgt man dies auf die rund 346.000 Reha-Patienten in der Orthopädie, so spart die Reha der Versichertengemeinschaft jährlich rund 250 Millionen Euro ein.  

Reha lohnt sich also gleichermaßen für die Betroffenen, die Arbeitgeber und für die Solidargemeinschaft.

Das kompltte Interview mit Dr. Kaluscha und viele interessante Grafiken sind zu finden unter:  https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/rechnet-sich-reha.html

 

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

Stand: 27.09.2018

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