Online-Spielsucht jetzt als offizielle Krankheit anerkannt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jetzt erstmals auch die Online-Spielsucht als Krankheit anerkannt. Sie wurde in den neuen offiziellen Katalog der Erkrankungen aufgenommen, sodass bei der Behandlung nun auch eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen erfolgen kann.

Dr. Thomas W. Heinz, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer der Suchtfachkliniken St. Marienstift Neuenkirchen-Vörden und St. Vitus Visbek, sieht in der Neueinstufung der WHO einen Erfolg für alle Erkrankten. Denn die Mediensucht habe mittlerweile hohe Ausmaße angenommen, die Betroffenen litten unter einer sehr ernstzunehmenden Störung, deren Symptome mit denen anderer Suchterkrankungen wie zum Beispiel der Glückspielsucht vergleichbar sei. Viele Jugendliche und Erwachsene verbrächten heutzutage bis zu 80 Stunden in der Woche am Computer.  Eine Nichtbehandlung dieser Sucht könne schwerwiegende Folgen haben.

Mit der Anerkennung der Online-Spielsucht als Krankheit werde es nun für Patienten einfacher, Therapien verordnet zu bekommen, so Dr. Heinz. Bislang gebe es allerdings noch nicht ausreichend Psychologen und Einrichtungen, die in der Lage seien, effektive Diagnosen und Therapien anzubieten. Die WHO-Entscheidung könne aber auch hier ein Signal setzen und den Anstoß für die Erhöhung der Angebote geben. Dazu sei allerdings auch noch viel Forschungsarbeit zu leisten.

Bislang würden Computersüchtige aufgrund ihrer Begleiterkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen behandelt, der eigentlichen Ursache werde aber nicht ausreichend auf den Grund gegangen, kritisiert Dr. Heinz.

Er fordert eine rasche Umsetzung der WHO-Entscheidung, um Hilfesuchende angemessen zu unterstützen. Notwendig sei eine fundierte Beratung und Behandlung von Internet- und Computerspielabhängigen.

Onlinesüchtig kann nach der WHO-Einstufung sein, wer alle anderen Aspekte des Lebens dem Online-Spielen unterordnet und unter Missachtung aller negativen Folgen länger als ein Jahr daran festhält.

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

Stand: 27.07.2018

Quelle:

Text und Bild: Fachkliniken/Daniel Meier

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