Niedersächsischen Reha-Kliniken für Mütter, Väter und Kinder droht das Aus

Einrichtungen befürchten nach gesetzlich angeordneter Entlassung aller Patienten einen finanziellen Notstand – Zahl chronisch kranker Mütter, Väter und Kinder wird sich durch die aktuelle Krise noch stark erhöhen

Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütter, Väter und Kinder droht in Niedersachsen das Aus. Sie befürchten in Folge der gesetzlichen Anordnung, alle Patienten zu entlassen, einen finanziellen Notstand. Die komplette Räumung der Häuser soll laut Bundestagsbeschluss die Aufnahme von Akutpatienten im Rahmen der Corona-Maßnahmen ermöglichen.

Betreiber von Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütter, Väter und Kinder betonen, sich an der Bewältigung der Krise beteiligen zu wollen. Die Politik habe allerdings nicht geregelt, wie sie die laufenden Kosten unter anderem für Personal bestreiten sollen. Denn die Erlöse blieben zurzeit aus, erläutert der Verband der Privatkliniken Niedersachsen und Bremen e.V. (VdPkN), der auch die Rehakliniken in Niedersachsen und Bremen vertritt.

„Die Politik lässt unverständlicherweise wichtige Akteure des Gesundheitswesens im Stich“, so der Verband: „Die stationären Vorsorge- und Reha-Einrichtungen für Mütter, Väter und Kinder und die ambulanten Reha-Einrichtungen bleiben außer Acht.“ Es fehle die gesetzliche Grundlage zur Einbindung der Vorsorge- und Reha-Einrichtungen für Mütter, Väter und Kinder im COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz sowie im vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erarbeiteten Sozialdienstleister-Einsatzgesetz.

Die stationären Vorsorge- und Reha-Einrichtungen für Mütter, Väter und Kinder wurden aufgefordert, vom 16. März an alle Patienten aus ihren Einrichtungen zu entlassen und keine weiteren Patienten für Vorsorge- und Reha-Maßnahmen mehr aufzunehmen. Die Kliniken stehen zwischenzeitlich leer und haben Kapazitäten zur Unterstützung der Krankenhäuser bei der Patientenversorgung im Rahmen ihrer vor Ort bestehenden Möglichkeiten angeboten.

Für die Reha-Kliniken ist klar: Es bleibt keine Zeit zu Warten. Die bereits geschlossenen Vorsorge- und Reha-Kliniken für Mütter, Väter und Kinder, aber auch die ambulanten Rehabilitationseinrichtungen, stehen schon heute vor der Situation, dass sie aufgrund der abrupt wegfallenden Vergütung keine adäquate und unmittelbare Finanzierung der unabhängig von der Schließung weiter anfallenden Kosten, wie Personalkosten oder Fix-Kosten zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur, gewährleisten können. Wenn die Liquidität und der wirtschaftliche Bestand der Vorsorge- und Reha-Einrichtungen nicht kurzfristig gesichert wird, droht vielen dieser Einrichtungen das Aus – mit schwerwiegenden Folgen für die akute Bewältigungsstrategie in der Corona-Krise und der zukünftigen Versorgung chronisch kranker beziehungsweise gefährdeter Mütter, Väter und Kinder, deren Zahl sich durch die aktuelle Krise wohl stark erhöhen wird.

Die Corona-Pandemie stellt Deutschland vor enorme Herausforderungen im Gesundheitswesen, die nur gemeinsam bewältigt werden können. Gerade deshalb ist es wichtig, perspektivisch wichtige Strukturen der Gesundheitsversorgung zu unterstützen und nicht zu vergessen. Es wäre tragisch, wenn eine Krise im Rückblick zwar gemeistert wurde, der Ausblick für Teile der jungen Generation aber ernüchternd ausfällt.

Autor: Verband der Privatkliniken Niedersachsen und Bremen e.V.

Stand: 03.04.2020

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