Klinikärzte dürfen ab Oktober 2017 Rezepte bei der Entlassung des Patienten ausstellen

Lange wurde darüber gestritten – nun haben sich Kliniken, Ärzte und Kassen geeinigt. Zum 1. Oktober 2017 tritt das neue Entlassmanagement für Krankenhäuser in Kraft.

Das Entlassmanagement hatte ursprünglich vorgesehen, dass Klinikärzte künftig mit jedem Patienten vor dessen Entlassung sprechen müssen. Bei Bedarf sollten sie ihm Medikamente für die erste Zeit nach der Entlassung verschreiben, einen Medikationsplan erstellen und gemeinsam Fragebögen ausfüllen. Den Klinikärzten war der bürokratische Aufwand zu groß. Sie klagten gegen die Vereinbarung. Sie kritisierten vor allem, dass Klinikärzte wie ihre niedergelassenen Kollegen eine lebenslange Arztnummer (LANR) erhalten sollten.

Klinikärzte werden nun weiterhin keine lebenslange Arztnummer erhalten, sondern eine eigene sogenannte Krankenhausarztnummer erhalten. Diese werden ab Januar 2018 vergeben. Bis dahin werden Rezepte und andere Papiere übergangsweise anonymisiert abgezeichnet. Statt der LANR geben Klinikärzte 7777777 an, an achter und neunter Stelle wird durch die Klinik ein Fachgruppencode ergänzt. Für die Apotheker bleibt es daher schwierig bei Rückfragen Kontakt mit dem verschreibenden Arzt aufzunehmen.   

 

Wenn aus Sicht der Klinikärzte keine Anschlussversorgung notwendig ist, kann auf das Entlassmanagement verzichtet werden. Festgeschrieben wurde auch, dass nicht jeder Krankenhausarzt Medikamente verordnen darf, sondern nur Ärzte mit entsprechender Facharzt-Weiterbildung.

 

Was gehört alles zum Entlassmanagement?

Zum Entlassmanagement gehören verbindlich ein Entlassbrief und ein Medikationsplan. Bei Bedarf kann der Krankenhausarzt Arzneimittel, Verband-, Heil- und Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege und Soziotherapie für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen verordnen. Für diesen begrenzten Zeitraum können Krankenhausärzte dann auch eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen.  

 

Die erforderlichen Maßnahmen sollen vom Krankenhaus „frühestmöglich“ eingeleitet werden, die Überleitung des Patienten in die häusliche Umgebung oder in eine weiterversorgende Einrichtung muss vom Krankenhaus organisiert werden.

Für alle auszuführenden Schritte muss der Patient seine schriftliche Einverständniserklärung zuvor gegeben haben.

Das Krankenhaus nimmt ggf. auch Kontakt mit der jeweiligen Kranken- oder Pflegekasse auf und der Übergang des Patienten in die nachfolgende Versorgung wird dann gemeinsam organisiert.

 

Autor: Cornelia Hohenstein

Stand: 01.08.2017

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