Corona News

Einreisende aus Nicht-Risikoländern - keine kostenlosen Corona-Test mehr

Seit dem 15. September entfallen die kostenlosten Tests für Einreisende aus Nicht-Risikoländern. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, besteht jetzt bis zu 10 Tage nach Einreise weiterhin ein Anspruch.

Zum Ende der Sommerferien enden heute die kostenlosen Corona-Testungen für Einreisende aus Nicht-Risikoländern in die Bundesrepublik Deutschland. Das hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) beschlossen und die entsprechende Rechtsverordnung mit Wirkung zum 15. September 2020 angepasst.

Die bisherige Rechtsverordnung ermöglichte seit dem 1. August allen Personen innerhalb von 72 Stunden nach Einreise die kostenlose Testung auf SARS-CoV-2.

Das ändert sich

Anspruch auf einen kostenlosen Test haben jetzt nur noch Personen, die aus einem Risikogebiet einreisen. Sie müssen sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Gebiet aufgehalten haben, das bei ihrer Einreise nach Deutschland vom Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet geführt wird. Nach ihrer Einreise können sie sich innerhalb von 10 Tagen kostenlos testen lassen.

Nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums muss der Einreisende, der getestet werden will, versichern, dass ein entsprechender Auslandsaufenthalt stattgefunden hat. Dies könne zum Beispiel durch einen Boarding-Pass, ein Ticket, eine Hotelrechnung oder einen sonstigen Nachweis geschehen, schreibt das BMG auf seiner Internetseite.

Wichtig: Die „Testpflicht“ für Einreisende aus Risikogebieten bleibt bestehen (siehe Text weiter unten).

Kritik an Vergütung

Ärzte veranlassen den Test für Einreisende aus Risikogebieten wie bisher auf dem Formular OEGD und kreuzen dort das Feld „§ 4 Nr. 4a) RVO Auslandsaufenthalt“ an. Der Abstrich wird mit 15 Euro pauschal vergütet, so sieht es die Rechtsverordnung des BMG vor.  

Das hat die KBV erneut als zu niedrig kritisiert und eine Anhebung auf 26 Euro gefordert. Diese sachgerechte Vergütung wurde für Testungen nach einer Meldung der Corona-Warn-App im Bewertungsausschuss vereinbart.

Jetzt würde sich durch die geänderten Anspruchsvoraussetzungen zudem noch der Prüf- und Rechercheaufwand in den Praxen und Testzentren erhöhen, heißt es in einer Stellungnahme der KBV. So müsse geprüft werden, ob die jeweilige Person auch tatsächlich aus einem Risikogebiet eingereist sei. Hierzu müsse der Arzt neben den tagesaktuellen auch die Historie der ausgewiesenen Risikogebiete der letzten 10 Tage kennen.

Zusätzlich würden die Kosten je durchgeführter Testung steigen, da durch die kleinere Zahl der Anspruchsberechtigten die Auslastung der Testzentren zurückginge, die etwa die Kassenärztlichen Vereinigungen eigens für die Testung der Reiserückkehrer eingerichtet hätten.

Infomaterialien werden angepasst

Die KBV hat ihre Themenseite zum Coronavirus und die ausführliche Übersichtstabelle „Tests auf SARS-CoV-2 in der Praxis“ aktualisiert (siehe „Mehr zum Thema“).

In Kürze wird auch das entsprechende Schaubild angepasst: Auf einer Seite sind wesentliche Punkte zusammengefasst, die Praxen zu den verschiedenen Testanlässen wissen sollten.

Testpflicht für Einreisende aus ausländischen Risikogebieten

Anfang August ist die Verordnung zur Testpflicht von Einreisenden aus Risikogebieten des BMG in Kraft getreten. Seit dem 8. August gilt damit für Einreisende aus ausländischen Risikogebieten eine Testpflicht.

Das heißt: Sie müssen einen negativen Corona-Test vorlegen (höchstens 48 Stunden alt) oder sich direkt nach Ankunft nach Hause – oder an den Zielort – begeben und zwei Wochen lang isolieren (häusliche Quarantäne). Und sie müssen sich sofort bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden. Einreisende können den Test in vielen Ländern vor ihrer Abreise Richtung Deutschland machen oder sie lassen sich nach der Einreise in Deutschland testen. Der Test in Deutschland ist für sie kostenlos. Die Quarantäne-Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten werden bis Ende September überarbeitet. (Quelle: BMG)

Die Regelungen fasst das BMG für Einreisende auf einem Merkblatt zusammen (auch in Fremdsprachen erhältlich). Praxen können es ausdrucken und zur Information ihrer Patienten nutzen.

Merkblatt des BMG: Regelungen für nach Deutschland Einreisende im Zusammenhang mit Coronavirus SARS-CoV-2 / COVID-19

Weitere Informationen des BMG für Reisende und Links zu den entsprechenden Verordnungen

Autor: www.kbv.de

Stand: 16.09.2020

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