Coronavirus auch in Deutschland nachgewisen - Robert Koch-Institut bietet Informationen für Ärzte

Das neuartige Coronavirus wurde erstmals auch in Deutschland nachgewiesen. Was Ärzte wissen sollten, hat das Robert Koch-Institut auf einer Serviceseite im Internet zusammengestellt.

Virus

Dabei geht es um die Diagnostik und den Umgang mit Probenmaterial, aber auch um Hygienemaßnahmen und das Management von Kontaktpersonen. Das Robert Koch-Institut bietet außerdem Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus. 

Nachdem Ende Dezember 2019 erste Fälle aus China bekannt wurden, werden mittlerweile aus zahlreichen Ländern Infektionen gemeldet. Am 27. Januar hatte das bayerische Gesundheitsministerium den ersten Fall in Deutschland bestätigt. Einen Impfstoff gibt es aktuell nicht.

 

Seite des Robert-Koch-Institues zum Coronavirus

Verschärfte Meldepflicht für 2019-nCoV - Neue GOP für Test

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Eilverordnung zur Meldepflicht für das neue Coronavirus erlassen. Danach müssen Ärzte seit Sonnabend alle Verdachts , Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus namentlich dem örtlichen Gesundheitsamt melden. Verdachtsfälle müssen abgeklärt werden.

Ebenfalls seit Sonnabend gilt eine Vereinbarung, die die KBV und der GKV-Spitzenverband zur labordiagnostischen Abklärung getroffen haben. Danach übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bei begründeten Verdachtsfällen die Kosten für den Test auf das neuartige Coronavirus (2019-nCoV). 

Test nur im begründeten Verdachtsfall

Anspruch auf einen Test haben ausschließlich Risikogruppen. Nach der Falldefinition des Robert Koch-Instituts (RKI) sind dies Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben (z.B. in Wuhan, China) oder Kontakt mit einer am Coronavirus (2019-nCoV) erkrankten Person hatten und innerhalb von 14 Tagen Symptome wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln. 

Neue GOP 32816 

Den Test selbst dürfen nur Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie durchführen. Für die Abrechnung wurde die Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 in den EBM aufgenommen. Die Krankenkassen stellen hierfür zusätzliche Finanzmittel bereit.

KBV und GKV-Spitzenverband haben zudem vereinbart, dass Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem 2019-nCoV nachgewiesen wurde, mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen sind. 

RKI: Gefahr in Deutschland weiterhin gering

Auch nach dem Auftreten erster Krankheitsfälle in Bayern bleibt die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China weiterhin gering, wie das RKI auf seiner Internetseite mitteilt. Diese Einschätzung könne sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.  

Mit einem Import von weiteren einzelnen Fällen nach Deutschland muss nach Angaben des RKI gerechnet werden. Auch einzelne Übertragungen hierzulande seien möglich. Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung ein.

Fachinformationen für Ärzte 

Zum Vorgehen bei Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen und Verdacht auf Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bietet das RKI im Internet ein übersichtliches Schema.

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

Stand: 04.02.2020

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