BDA will Rehabilitation verbessern

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat zehn Vorschläge zur Verbesserung der Rehabilitation veröffentlicht. Themen sind z. B. das frühzeitige Erkennen von Reha-Bedarf, die Schaffung von Transparenz für den Reha-Prozess, Abstimmung von medizinischer und beruflichr Rehabilitation

Für eine bessere und erfolgreichere Rehabilitation

Zehn Vorschläge zur Verbesserung der Reha-Prozesse im gegliederten Sozialleistungssystem

Erfolgreiche Rehabilitation leistet einen wertvollen Beitrag zum Erhalt und zur Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit von oft dringend benötigten Arbeits- und Fachkräften.
Deshalb ist Rehabilitation für Arbeitgeber von großer Bedeutung. Die durch Arbeitsunfähigkeit entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten sind gewaltig. Allein die unmittelbaren Kosten durch Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Krankengeld und Invaliditätsrenten beliefen sich im Jahr 2017 auf mehr als 85 Mrd. € (vgl. Sozialbudget 2017, Bundesgesundheitsministerium 2018). Für 2016 errechnete die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eine durch Arbeitsunfähigkeit ausgefallene Bruttowertschöpfung von insgesamt 133 Mrd. €. Erfolgreiche Rehabilitation
durch die Sozialleistungsträger trägt dazu bei, diesen volkswirtschaftlichen Schaden zu begrenzen und bildet die notwendige Ergänzung zum Engagement der Betriebe zur Gesundheitsförderung
und zur Wiedereingliederung erkrankter Beschäftigter.

Reha-Maßnahmen sind aber auch entscheidend, um berufliche und gesellschaftliche Teilhabe sowie Lebensqualität für den Einzelnen zu ermöglichen. Der Erhalt der persönlichen Autonomie, die Sicherstellung der Selbstversorgungsfähigkeit, die Wiederherstellung, Verbesserung und der Erhalt der vollen oder zumindest teilweisen Leistungs- bzw. Erwerbsfähigkeit sind für die Rehabilitanden im ureigenen Interesse.

Erfolgreiche Reha-Maßnahmen tragen zudem zur Funktionsfähigkeit der Sozialversicherungssysteme bei, wenn dadurch die Zahl der Transferempfänger verringert wird und gleichzeitig Beitragszahler der Sozialversicherung erhalten bleiben.

Die Durchführung von Reha-Maßnahmen muss sich an ihren gesetzlichen Zielen messen lassen. Hierzu gehört insbesondere auch eine Integration in den Arbeitsmarkt.

Die jährlichen Aufwendungen für alle Bereiche der Rehabilitation liegen inzwischen bei fast 40 Mrd. €. Schon wegen des damit verbundenen hohen Finanzierungsaufwands für die Beitrags- und Steuerzahler muss auch im Bereich der Rehabilitation auf Wirtschaftlichkeit geachtet werden.

Im internationalen Vergleich ist das Reha-System in Deutschland hervorragend. Dennoch sind Fortschritte möglich und notwendig. Die Reformansätze des Bundesteilhabegesetzes
zur Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts, das stufenweise von 2017 bis 2023 in Kraft tritt, sind grundsätzlich richtig. Allerdings sind insbesondere auch auf der untergesetzlichen Ebene weitere Verbesserungen im Bereich der Rehabilitation erforderlich.

Die BDA macht hierzu folgende Vorschläge:

  1. Reha-Bedarf frühzeitiger erkennen und zeitnahe Versorgung sicherstellen
  2. Rehabilitation nach den Grundsätzen von Wirkung und Wirtschaftlichkeit ausrichten
  3. Schnittstellenprobleme lösen – trägerübergreifende Zusammenarbeit weiter verbessern
  4. Transparenz über den Reha-Prozess schaffen – Teilhabeverfahrensbericht muss aussagekräftig sein
  5. Trägerübergreifenden Ansprechpartner schaffen
  6. Medizinische und berufliche Rehabilitation bestmöglich aufeinander abstimmen
  7. Rehabilitation für SGB-II-Leistungsbezieher verbessern
  8. Grundsatz ambulant vor stationär konsequent umsetzen
  9. Angebote der Berufsförderungswerke noch betriebsnäher ausgestalten
  10. Wirtschaftlichkeit von trägereigenen Reha-Einrichtungen sicherstellen

Lesen SIe hier die vollständige Stellungnahem der BDA:

PDF öffnenBDA Positionspapier Rehabilitation

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

Stand: 30.04.2019

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