Symptome

Azidose
  • bei respiratorischer Azidose
    • Atemnot
    • Blutdruckanstieg und Herzrasen
    • Blaufärbung der Lippen (Zyanose)
    • Schwäche, Verwirrung, Desorientiertheit
    • evtl. Koma (sogenannte Co2-Narkose)
    • vermehrtes Wasserlassen bzw. erhöhte Urinausscheidung
  • bei metabolischer Azidose
    • verstärkte und übermäßig tiefe Atmung (sogenannte Kußmaulatmung)
    • bei diabetischer Ketoazidose auffallend stark nach Aceton riechender Atem

Ursachen

  • bei respiratorischer Azidose
    • Asthma bronchiale
    • Lungenüberblähung (Lungenemphysem)
    • bindegewebsartiger Umbau von Lungenfunktionsgewebe (Lungenfibrose)
    • Störungen des Atemregulationszentrums im Gehirn
    • Atemeinschränkungen durch Verletzungen und Unfälle (zum Beispiel bei Brustkorbprellungen und Rippenbrüchen)
    • medikamentös bedingte Atemschwäche (zum Beispiel durch opioide Schmerzmittel wie Oxycodon und Hydromorphon sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel wie Diazepam und Lorazepam)
    • Langzeitbeatmungen.
  • bei metabolischer Azidose
    • vermehrte körpereigene Bildung oder übermäßige äußere Zufuhr von Säure (sogenannte Additionsazidose) durch Diabetes mellitus, Alkoholkrankheit, extremen Diäten, starken Muskelbelastungen, Schock, Vergiftungen (zum Beispiel durch Methanol, Glykol oder Medikamenten wie Acetylsalicylsäure)
    • verminderte Ausscheidung von Säure über die Nieren (Retentionsazidose) durch akutes Nierenversagen oder chronische Niereninsuffizienz
    • erhöhte Basenausscheidung bzw. Verlust von Bicarbonat-Ionen (Subtrationsazidose) durch andauernden Durchfall oder Einnahme von Carboanhydrase-Hemmern (Entwässerungsmittel)

Behandlung

  • bei respiratorischer Azidose
    • Atemtätigkeit steigern (Medikamente der Wahl sind Theophyllin und Beta-Sympathomimetika wie Salbutamol und Fenoterol)
    • bei ausgeprägter Azidose künstliche Beatmung
  • bei metabolischer Azidose
    • Gabe von Bicarbonat (zum Beispiel Natriumhydrogencarbonat) als Infusion; jedoch nur bei regelrechter Atemfunktion
    • bei diabetischer Ketoazidose Insulingabe bei intensivmedizinischer Überwachung
    • bei Nierenfunktionsstörungen gegebenenfalls Blutwäsche (Dialyse)
    • zudem ursächliche Erkrankung langfristig behandeln (gute Einstellung bei Diabetes ohne Blutzuckerspiegel-Entgleisungen, Therapie der chronischen Niereninsuffizienz sowie ausreichende Mineralstoff- und Flüssigkeitszufuhr)

Wann zum Arzt?

bei den geringsten Anzeichen einer Azidose (Atemnot, Desorientiertheit, tiefe und verstärkte Atmung sowie Bewusstseinsverlust) schnellstmöglich Rettungsdienst alarmieren.