Symptome

Angststörung
  • körperliche Symptome (Auswahl)
    • Herzrasen oder -stolpern, Blutdruckanstieg
    • Schweißausbrüche, feuchte Hände
    • Atemnot oder beschleunigte Atmung
    • Schluckbeschwerden
    • Engegefühle in der Brust, gelegentlich auch Herzschmerzen
    • Zittern, Muskelanspannungen
    • Kopfschmerzen
    • Taubheitsgefühle oder Hautkribbeln
    • Übelkeit
    • das Gefühl, auf die Toilette zu müssen; mitunter auch Durchfall
    • Schlafstörungen
  • Psychische Symptome (Auswahl)
    • Unbehagen und Unwohlsein
    • innere Unruhe, Beklemmungsgefühl
    • Verzweiflung, Nervosität, Stress
    • Erregtheit und Reizbarkeit
    • Konzentrationsschwäche
    • verfremdete Wahrnehmung (Derealisation) und verändertes Persönlichkeitsgefühl (Depersonalisation)
    • Gefühl, verrückt zu werden oder „auszuflippen“
    • Angst vor Kontrollverlust, mitunter auch Angst zu sterben.
  • Allgemeine Symptome (Auswahl)
    • Erröten
    • Gänsehaut
    • Mundtrockenheit
    • Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben
    • Sprachschwierigkeiten
    • unkontrolliertes Weinen
    • Hitzewallungen und Kälteschauer

Ursachen

  • nicht endgültig erforscht
  • Vielzahl an Faktoren wird diskutiert, zum Beispiel
    • angeborene Veranlagung
    • Störungen im sogenannten limbischen System (eine Struktur im Gehirn, die für die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich ist)
    • viele psychologische und psychotherapeutische Erklärungsmodelle
  • Angst oder Angststörung als Symptom vor Krankheiten wie Schilddrüsenfunktionsstörungen oder neurologischen Erkrankungen wie Schizophrenie; s Nebenwirkung von Medikamenten; Missbrauch von Drogen und Alkohol

Behandlung

  • psychotherapeutische Verfahren: Kognitive Verhaltenstherapie bei Phobien und Panikstörungen; bei generalisierter Angststörung auch kombiniert mit tiefenpsychologischen Methoden (häufig ambulant, mitunter auch stationär in speziellen Kliniken)
  • Medikamente:
    • Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Citalopram, Fluoxetin, Paroxetin und Sertralin
    • trizyklische Antidepressiva wie Imipramin und Clomipramin
    • MAO-Hemmer wie Moclobemid und Phenelzin
    • Anxiolytikum Buspiron
    • Benzodiazepine wie Alprazolam, Clonazepam und Lorazepam
    • Antiepileptika wie Pregabalin

Vorbeugung

nicht sicher möglich

Selbsthilfe

  • Erlernen und Anwenden von Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Biofeedback und Hypnose-Methoden
  • sportliche Aktivität (täglich mindestens 30 Minuten)
  • regelmäßige „Sorgenzeiten“
  • soziale Unternehmungen
  • Austausch in Selbsthilfegruppen
  • spezielle Phobie-Angebote wie Flugangsttraining
  • pflanzliche Wirkstoffe wie Johanniskraut, Baldrian, Kamille, Melisse, Hopfen, Passionsblumenkraut und Lavendel

Wann zum Arzt?

  • bei länger andauernder Angst, vor allem verbunden mit körperlichen Symptomen
  • bei Angst ohne eigentlichen Grund
  • grundsätzlich immer, wenn Angst, Furcht oder Panik die Lebensqualität einschränken und den Alltag beeinträchtigen

Autor: Redaktion Rehakliniken Online