Therapeut auf vier Pfoten hilft psyschisch Kranken

Vogelsbergklinik setzt auf tiergestütze Therapie. Die Klinikleitung ist von der heilsamen Wirkung überzeugt.

 

Er hat drahtige Haare, treue Augen und ist sehr verschmust. Mit gerade mal drei Jahren hat er einen verantwortungsvollen Job in einer Klinik.

Die Rede ist von Shea, einem zertifizierten Therapiebegleithund, der in der Dr. Ebel Fachklinik für Psychotherapie und Psychosomatik  „Vogelsbergklinik“ in Grebenhain schon viel bewirkt hat – besonders bei Menschen mit depressiven Störungen.Therapiebegleithund Shea - Tiergestützte Therapie

 

„Shea handelt intuitiv, geht auf Patienten zu, wenn diese offen dafür sind und macht einen Bogen, wenn er Ängste spürt“, erklärt Katharina Dauselt, Leitende Ergotherapeutin der Vogelsbergklinik und „Frauchen“ des Hundes. Der Irish Terrier hat außergewöhnliche Eigenschaften. Er spürt, wenn es Patienten nicht gut geht.

 

Vierbeiniger Therapeut überzeugt Klinikchef und Chefarzt

Jeden Tag darf die leitende Ergotherapeutin ihr Haustier mit zur Arbeit nehmen. Welcher Chef würde das wohl erlauben, wenn er nicht gerade Tierheimbesitzer oder eben Leiter einer Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie wäre?

Hans-Heinrich von Schönfels, Klinikleiter der Vogelsbergklinik, befürwortete von Anfang an die tiergestützte Therapie und ermöglichte sie finanziell und organisatorisch in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt. Auch Tim Wagemann, Chefarzt der Vogelsbergklinik, ist von der heilsamen Wirkung
von Tieren auf Körper und Seele des Menschen überzeugt:Hunde als Helfer bewähren sich unter anderem bei Menschen, die an Depressionen, Trauma, Angsterkrankungen oder aggressiven Verhaltensstörungen leiden“, sagt er.

 

Der zertifizierte Therapiebegleithund muntert traurige Patienten auf und gibt ihnen Sicherheit. Patienten mit Persönlichkeitsstörungen bekommen Aufmerksamkeit und bedingungslose Zuneigung. „Verschlossene Menschen werden auf diese Weise wieder für uns Therapeuten zugänglich, was unsere Arbeit enorm erleichtert“, sagt Katharina Dauselt, die ihren Hund häufig und gerne in der Therapie einsetzt. Der Kollege auf vier Pfoten ist schließlich sehr einflussreich – ganz ohne Worte.


„Mein Hund ist gut trainiert und macht trotzdem vieles von sich aus. Er passt sich dem Patienten an und ist dabei hoch sensibel. Auf ausufernde Äußerungen reagiert er gelassen. Er wirkt beruhigend auf den Patient, die eine hohe Anspannungsneigung aufweisen“, sagt die leitende Ergotherapeutin.  

 

„Wenn ein Patient traurig ist, wird Shea zum Schmusehund und lässt sich kraulen. Der Patient vergisst für diesen Moment seine Welt um sich herum und konzentriert sich auf das Tier. Manchmal ist er der Einzige, der es schafft, ein Lächeln in die Gesichter zu zaubern“, beschreibt die Therapeutin die Zusammenarbeit. Privat ist Shea ausgelassen, munter, ein richtiger Hund. Doch kaum hat er sein  Halstuch oder Geschirr mit der Aufschrift „Therapiebegleithunde-Team“ um und betritt die Klinik, wird er sehr aufmerksam und bedacht. Dann hat Shea einen verantwortungsvollen Job und weiß das auch. Shea ist gerne mittendrin im Geschehen und sieht dabei überaus zufrieden aus. Sie ist überaus kontaktfreudig und lässt sich gerne streicheln. Spazieren geht der Irish Terrier fast täglich mit den Patienten - natürlich nach vorheriger Unterweisung. Das wiederum wirkt sich auf das Wohlbefinden der Patienten aus.

 

Die Beliebtheit des Vierbeiners hat Folgen, denn jeder zweite Patient möchte Shea gerne mitnehmen. Etwaige Anfragen muss „Frauchen“ nett aber entschieden ablehnen.

 

Katharina Dauselt ist sehr froh, dass die Chefetage sich für die tiergestützte Ergotherapie entschlossen hat. Sie beruht auf fundamentierten Konzepten und wissenschaftlichen Untersuchungen. Ihre Wirksamkeit ist in Studien belegt. Jedoch ersetzt die tiergestützte Therapie keine andere Therapieform. Psychische Probleme können nicht allein durch den Kontakt zu Tieren gelöst werden. Das Tier unterstützt lediglich den Heilungsvorgang wirkungsvoll. Die Tiergestützte Therapie stellt eine nützliche Hilfe und effektive Ergänzung zu konventionellen Therapieformen dar.

 

Das Tier als therapeutischer Begleiter - einige Fakten:

 

  • Tiere finden schneller als Menschen den Kontakt zu großen und kleinen Klienten.
  • Ganz besonders Hunde scheinen unsere Gefühlswelt, vor allem die der Kinder, anzusprechen und zugänglich zu machen.
  • Das Tier als Brücke von Mensch zu Mensch fördert Kontakt und Kommunikation, motiviert zu Bewegung, zu Berührung und Interaktion, unterstützt die emotionale und soziale Entwicklung.
  • Das Tier vermittelt das Gefühl der Akzeptanz, Geborgenheit, des Zuhörens und vor allem der Freude.
  • Das Tier ermöglicht unverfänglichen Körperkontakt.
  • Tiere wirken auf den Menschen gesundheitsfördernd und sogar heilend. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen eindrucksvoll, dass Tiere beim Gesundwerden eine wertvolle Hilfe sind, da sich durch den Umgang mit ihnen der Blutdruck normalisieren kann, Produktion und Ausschüttung von Endorphinen (Glückshormonen) stattfindet und auch dadurch Schmerz vermindert wahrgenommen wird.

 

 

HINTERGRUND

Dr. Ebel Fachklinik „Vogelsbergklinik“ in Grebenhain

Die Vogelsbergklinik im Hessischen Vogelsbergkreis ist auf psychotherapeutische und psychosomatische Rehabilitation spezialisiert. Sie versorgt jährlich rund 2000 Patienten.

In der Klinik gehören Psychotherapie und Krisenintervention ebenso zum Einsatzgebiet, wie Akutpsychosomatik für Patienten mit Posttraumatischen Belastungsstörungen, für psychosomatisch erkrankte Migranten und wie für psychosomatisch erkrankte Elternteile mit Begleitkindern.

Spezialisiert ist die Klinik auf Fachprogramme für Menschen in helfenden Berufen mit Abgrenzungsproblemen (Hilfe für Helfer), Rehabilitanden mit Arbeitsplatzkonflikten (Mobbing) und auf die psychischen Erkrankungen türkischer Migranten. Zudem ist sie bekannt für die Durchführung von Präventionskuren für Einsatzkräfte der Bundeswehr.
Die Vogelsbergklinik, die rund 170 Mitarbeiter beschäftigt, ist mehrfach qualitätszertifiziert. Sie gehört zur Unternehmensgruppe der Dr. Ebel Fachkliniken, die aus einem bundesweiten Kliniknetz von acht Facheinrichtungen in sechs Bundesländern besteht. Damit weist sie Kompetenzen auf in Rehabilitation, Prävention, Therapie und Pflege in den Bereichen Psychosomatik, Psychotherapie, Orthopädie, Neurologie, Rheuma, Herz-Kreislauferkrankungen, Onkologie, Lymphologie sowie Geriatrie und Naturheilverfahren.

 

Kontakt Vogelsbergklinik:

Dr. Ebel Fachkliniken GmbH & Co., Vogelsbergklinik, Jean Berlit-Str. 31

36355 Grebenhain-Ilbeshausen, Telefon: 06643/701-0, Telefax: 06643/701-476, E-Mail: info@vogelsbergklinik.de, Internet: www.vogelsbergklinik.de

 

 

Text und Bild: Dr. Ebel Fachkliniken

 

 

 

 

 

 

 

 

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