BamR und DEGEMED: Prävention betriebsnah organisieren!

 

Symposium in Leipzig zeigt Möglichkeiten und Schwächen des neuen Präventionsgesetzes

Berlin/Leipzig. Wenige Tage vor der ersten Lesung des Präventionsgesetzes im Deutschen Bundestag stand die Prävention auch im Mittelpunkt des Symposiums „Betrieb – Prävention – Rehabilitation“ im Congress Centrum Leipzig. Mit diesem Symposium eröffneten der Bundesverband ambulanter medizinischer Rehabilitationszentren (BamR) und die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) die Messe therapie Leipzig 2015.

Die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch unterstrich in ihrem Grußwort die Herausforderungen und die Erwartungen der Landespolitik deutlich. Es sei nun bereits der vierte Anlauf für das Präventionsgesetz. Der aktuelle Entwurf sieht die Aufstockung der finanziellen Mittel der Krankenkassen für Prävention auf etwa 500 Mio. Euro pro Jahr vor. Diese sollen künftig auch stärker in betriebliche Gesundheitsförderung fließen.

Wie sich durch die Impulsbeiträge aus verschiedenen Blickwinkeln zeigte, bestehen bei der Ausgestaltung von Präventionsprogrammen in und mit Betrieben aber offenkundig noch erhebliche Hürden. Vor allem kleine und mittlere Betriebe wüssten nicht, wie es geht oder sie scheuen nach Aussage von Holger Kammann (Paracelsus Gesundheitszentrum Bad Gandersheim) und Dr. Jan Henkel (Top Life Gesundheitszentrum Berghaupten) den Aufwand. Zur Unterstützung kündigte Dr. Ina Ueberschär (DRV Mitteldeutschland, Leipzig) einen Arbeitgeberservice der Rentenversicherung an. Künftig sollen sich alle Arbeitgeber mit ihren Fragen an eine bundesweit einheitliche Telefonnummer wenden können, wenn sie Fragen zur Prävention oder Rehabilitation für Mitarbeiter haben.

Ob das neue Präventionsgesetz betriebliche Gesundheitsstrategien tatsächlich messbar unterstützen wird, ist nach Einschätzung der Veranstalter noch offen. Joscha Brunßen, Vorstandsvorsitzender des BamR, betont, „ein Gesetz alleine bringt noch keine größere Akzeptanz für das Thema der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) in den Betrieben. Hierfür ist wichtig, dass alle Akteure einbezogen werden und Transparenz über die Vorteile von BGF hergestellt wird.“ „Der aktuelle Entwurf für das Präventionsgesetz ist nur eine kleine Lösung, die tatsächlichen Präventionspotentiale werden nicht ausgenutzt“, bemängelt  DEGEMED-Geschäftsführer Lawall den aktuellen Entwurf. Die DEGEMED und der BamR fordern daher vor allem die systematische Einbindung der sozialmedizinischen Kompetenz in Reha-Einrichtungen und Prävention mit den Methoden der Rehabilitation.

 

Das Bild zeigt die Teilnehmer des Symposiums: v.l. Christof Lawall (DEGEMED), Ulrike Steinecke (Moderation), Dr. Jan Henkel (TOP Life), Olaf Liebig (Bundesministerium für Gesundheit), Dr. Ina Ueberschär (DRV Mitteldeutschland), Holger Kammann (Paracelsus Gesundheitszentrum Bad Gandersheim), Dr. Guido Engelhardt (BMW Group), Joscha Brunßen (BamR)

 

Weitere Informationen:

Bundesverband ambulanter medizinischer Rehabilitationszentren e. V. (BamR)

Kerstin Toussaint

Lortzingstraße 19, 04105 Leipzig

Tel.: 0341 2466525

E-Mail: post@bamr.de

Internet: www.bamr.de

 

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED)

Katharina Ruppelt

Fasanenstraße 5, 10623 Berlin

Tel.: 030 284496-6

E-Mail: k.ruppelt@degemed.de

Internet: www.degemed.de; www.meinereha-meinleben.de

 

Quelle: DEGEMED

 

 

 

 

 

 

 

 

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