Qualitätsstandards für neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation

Neurologisch-neurochirurgisch schwerstbetroffene Patienten, beispielsweise nach Schlaganfällen, Hirnblutungen, Hirntumoren oder Schädel-Hirn-Verletzungen, erfordern nach dem Aufenthalt in einer Akutklinik hohe Qualitätsstandards in der Frührehabilitation. Experten aus Nordrhein-Westfalen, unter ihnen auch Dr. Axel Petershofer, Ärztlicher Direktor der HELIOS Klinik Holthausen, haben hierzu Standards veröffentlicht.

Ziel ist es, Schwerstbetroffenen eine im Bundesgebiet einheitliche Versorgungsqualität zu garantieren. Die HELIOS Klinik Holthausen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder bietet die Voraussetzungen dazu. Die Hattinger Reha-Klinik verfügt über die notwendigen Räumlichkeiten, die medizintechnische Ausstattung und entsprechend geschultes Personal, um diese Patienten zu versorgen. Häufig kommen sie im Wachkoma nach Holthausen und werden dort auf der Intermediate Care Station mit Monitoring versorgt, die einer Intensivstation im Akut-Krankenhaus ähnelt. Dort bewältigen Patienten die ersten Schritte weg von der Gerätemedizin zu mehr Eigenständigkeit. In Einzeltherapien werden Ziele wie Eigenatmung, Schluckfähigkeit und Transfer zur Mobilität außerhalb des Bettes erarbeitet.

Dr. Axel Petershofer und der Oberarzt dieser Abteilung, Dr. Jürgen Bronst, verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung und kennen die Behandlungs- und Therapieprozesse, die Betroffenen den Weg zurück ins Leben ermöglichen sollen. Speziell geschulte Mitarbeiter aus dem Pflegedienst begleiten den Prozess durch aktivierend-therapeutische Pflege. "Dazu gehört auch, dass wir Angehörige gezielt einbinden und betreuen", sagt Dr. Axel Petershofer. Für sie gibt es in Holthausen Sprechstunden mit den Ärzten und eine pflegerische Anleitung für die anschließende Zeit zu Hause. Bereits während der Früh-Reha wird mit ihnen ein Konzept für die weitere Versorgung und Wiedereingliederung nach dem Klinikaufenthalt erstellt. Dazu stehen auch zwei Pflegetrainer zur Verfügung, die Angehörige, die sich für eine Pflege in den eigenen vier Wänden entscheiden, unterstützen. Meist dauert der Reha-Aufenthalt bei den schwerbetroffenen Patienten viele Wochen, zum Teil auch Monate. "Bei einer derart komplexen Behandlung ist eine gute Vernetzung aller beteiligten Akteure erforderlich", so Dr. Petershofer. Der Aufenthalt im Akut-Krankenhaus, die Früh- und weiterführende Reha und auch die sich anschließende ambulante Versorgung müssen perfekt ineinandergreifen.

  Dr. Petershofer

Die Veröffentlichung der Landesarbeitsgemeinschaft NeuroRehabilitation NRW:

Die erstmals vorgelegten Qualitätsstandards für die Neurologisch-Neurochirurgische Frührehabilitation (NNCHFR) sollen die inhaltliche, medizinisch-fachliche Grundlage für die Abstimmung zwischen den involvierten Akteuren im Gesundheitssystem bilden. Dabei beschäftigen sich die Autoren auch mit den Übergängen zwischen Akut- und Rehabilitationsmedizin. In ihrem Artikel beschreiben die Experten, welche Strukturen, Prozesse und Ergebnisse gewährleistet sein müssen, um die erforderliche einheitliche Versorgungsqualität sicher zu stellen. Auf rund zehn Seiten finden sich eine genaue Auflistungen der notwendigen räumlichen, personellen und apparativen Ausstattung sowie eine über Diagnosen, Patientenmerkmale, Behandlungs- und Therapieprozesse klar definierte Prozessqualität. Ein eigener Abschnitt widmet sich der Neurologisch-Neurochirurgischen Frührehabilitation mit Beatmung. Zur Begleitung, langfristigen Sicherung und Weiterentwicklung der Qualitätsstandards empfehlen die Experten – analog zu Qualitätssicherung der Stroke Units – eine Zertifizierung der NNCHFR-Abteilungen sowie die Einrichtung einer gemeinsamen NNCHFR-Datenbank.

Nachzulesen sind die Qualitätsstandards in: Qualitätsstandards in der Neurologisch-Neurochirurgischen Frührehabilitation, in: Neurologie & Rehabilitation 5, 2015, Seite 149f oder direkt im Internet unter http://www.hippocampus.de/zeitschriften.62091.html.


Quelle Text und Bild: HELIOS Klinik Holthausen

 

 

 

 

 

 

 

 

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