Jubiläums-Symposium in der Theresienklinik

Auf dem 20. Kardiologischen Symposium in der Theresienklinik Bad Krozingen wurden wieder aktuelle Themen der Herzforschung und Herzchirurgie diskutiert. Der Einladung des Chefarztes Prof. Stefan Jost waren ca. 60 niedergelassene und Krankenhaus-Ärzte gefolgt.

Bei Patienten, die gleichzeitig mehrere blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen, z.B. nach Gefäß-Stützen-(Stent)-Implantation in eine Herzkranzarterie mit zusätzlichem Vorhofflimmern, besteht ein bedeutendes Blutungsrisiko. Neue Studiendaten deuten darauf hin, dass ohne gleichzeitige Erhöhung des Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisikos die Zahl der blutverdünnenden Medikamente und damit auch das Blutungsrisiko künftig deutlich reduziert werden können, wie Prof. Martin Moser vom Universitäts-Herzzentrum (UHZ) Freiburg – Bad Krozingen erläuterte.

 

 

Prof. Claus Schmitt vom Städtischen Klinikum Karlsruhe stellte zwei bahnbrechende Neuheiten aus der Rhythmologie vor, einen Herzschrittmacher sowie einen Defibrillator, die beide ohne die üblichen, in den großen Venen verlaufenden Sonden implantiert werden. Beide Aggregate schützen die Patienten wie konventionelle Geräte, ohne dass die gefürchteten, sondenbedingten akuten oder chronischen Probleme auftreten können.

Die Bereitschaft zur Organspende ist in Deutschland, nicht zuletzt aufgrund verschiedener Skandale, in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Damit sind auch Herztransplantationen seltener geworden, so dass für Patienten mit lebensbedrohlicher Herzschwäche die Bedeutung von Herzunterstützungssystemen, die einen Großteil der Herzarbeit übernehmen können, immer weiter zunimmt. Prof. Friedhelm Beyersdorf vom UHZ Freiburg – Bad Krozingen stellte aktuelle Studiendaten zu den modernsten Systemen vor. Bei sorgfältigem Umgang mit den Geräten können diese jetzt über viele Jahre den schwerkranken Patienten ein nahezu normales Leben ermöglichen.

Die Implantation einer Aortenklappe über einen Herzkatheter stellt seit nunmehr einem Jahrzehnt eine Alternative zur konventionellen Operation dar. Während das Katheter-Verfahren in der Vergangenheit nur bei Patienten mit sehr hohem Operationsrisiko angewendet werden durfte, zeigen aktuelle Untersuchungen, dass auch Patienten mit mittlerem Operationsrisiko von dieser deutlich weniger belastenden Technik profitieren, wie Prof. Ralf Sodian vom Herzzentrum Lahr und Prof. Franz-Josef Neumann vom UHZ Freiburg – Bad Krozingen darlegten.

Prof. Uwe Mehlhorn aus der Helios Klinik für Herzchirurgie in Karlsruhe gab abschließend einen Übersichtsvortrag über moderne Methoden der Chirurgie der Herzkranzgefäße. Insbesondere die Verwendung von arteriellen Bypässen hat im Vergleich zu venösen Bypässen die Prognose der Patienten verbessern können. Welchen Patienten eher die Implantation von Stents oder eine Bypassoperation optimal helfen kann, wird in allen nicht eindeutigen Fällen prinzipiell in einem Herz-Team zwischen Kardiologen und Herzchirurgen ausführlich erörtert.

Abschließend zog Prof. Jost bezüglich der 20 zurückliegenden Symposien eine sehr positive Bilanz und bedankte sich insbesondere bei den Referenten, die über all die Jahre ihre Expertise in die Fortbildung der regionalen Ärzteschaft eingebracht haben.

 

 

Zur Theresienklinik

Die Theresienklinik ist eine der führenden Kliniken im Bereich kardiologisch-internistische und orthopädisch-traumatologisch-rheumatologische Rehabilitation. Das nach modernsten Gesichtspunkten eingerichtete Haus verfügt über 347 Betten und zwei selbständige, interdisziplinär zusammenarbeitende Abteilungen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungs-Systems sowie des rheumatischen Formenkreises. Darüber hinaus bietet die Theresienklinik in einer eigenen Pflegestation vielfältige Angebote für Kurz- und Langzeitpflege.

 

Quelle Text und Bilder: Theresienklinik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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