Gesundheitstag der Seniorenunion

In einer immer älter werden Bevölkerung rücken gesundheitliche Themen immer stärker in den Mittelpunkt. Diesen Tenor griffen sämtliche Redner am 17. Oktober 2016 auf dem Gesundheitstag auf, welcher mittlerweile zu einer Institution geworden ist. Mehr als 100 Gäste folgten der gemeinsamen Einladung der Seniorenunion Unterfranken und dem Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet um sich über aktuelle gesundheitliche Themen zu informieren.

 

Den Anfang machte Frau Prof. Reuss-Borst als ärztliche Gesamtkoordinatorin des Hauses und referierte über die Ernährung der Enkel. Die Essensgewohnheiten haben sich in den letzten zwei Generationen sehr stark verändert und die meisten anwesenden Gäste haben selbst noch die Zeit erlebt, in der Lebensmittel nicht jederzeit und nahezu unbegrenzt zur Verfügung standen. Das heutige "Schlaraffenland" geht aber leider mit zunehmend ungesunden Verhaltensweisen einher. So ist heute jedes fünfte Kind bei der Einschulung bereits übergewichtig. Jeder Trend hat aber auch Gegenbewegungen und viele Senioren werden heute mit pubertierenden Enkelkindern konfrontiert, die bestimmte Lebensmittel wie beispielsweise Fleisch oder Fisch meiden. Dies nahm Frau Prof. Reuss-Borst zum Anlass, die Zuhörer über die gängigen Ernährungstrends zu informieren und erklärte die Unterschiede zwischen den Vegetariern, Veganern, Flexitariern und selbst der Pudding-Vegetarier wurde erwähnt. Ihr Fazit dabei war, dass nur die wenigsten dieser Ernährungsformen medizinisch begründet sind. Häufig sind es ethische Motive, wie die Ablehnung der Massentierhaltung, die Jugendliche dazu veranlassen spezifische Lebensmittel zu meiden. Diese selbstverordneten Diäten sind meist nur eine Phase und nach einigen Monaten häufig schon wieder vergessen. Sie rät den Eltern und Großeltern aber dazu, diese zu akzeptieren. Letztlich möchten wir doch mündige Bürger erziehen und die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung, und wie diese Lebensmittel produziert werden, ist hierzu wichtig.

 

Herr Michael Holzer richtete den Blick einmal auf den häufig vergessenen Personenkreis der pflegenden Angehörigen. Als Leiter der Abteilung für Gesundheitsangebote der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) berichtet er von speziellen Gesundheitsangeboten für diese Gruppe und deren Notwendigkeit. Tatsache ist, dass mehr als 1,8 Mio. Menschen zuhause gepflegt werden. Die Angehörigen leisten diese Arbeit häufig zusätzlich zu ihren anderen Aufgaben, sodass es wenig verwundert, dass pflegende Angehörige statistisch signifikant über mehr gesundheitliche Leiden klagen, als die übrige Bevölkerung. Hierzu zählen neben den körperlichen Beschwerden auch die psychischen und leider nehmen wir in diesem Personenkreis eine verminderte Lebenszufriedenheit war. Aus diesem Grund, fasste Herr Holzer zusammen, sind spezifischen Angebote für pflegende Angehörige unerlässlich und müssen weiter ausgebaut werden. Die SVLFG bietet dies seit mehr als 10 Jahren erfolgreich für ihre Versicherten an und hat mit dem Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet kürzlich einen verlässlichen und kompetenten Partner für die künftigen Aufgaben gefunden.

 

Sehr viel kreatives Vorstellungsvermögen forderte Herr Sebastian Dresbach vom Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen von den Zuhörern ein. Die Digitalisierung und innovative technische Lösungen sind in aller Munde um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung künftig zu gewährleisten. Herr Dresbach zeigte auf, welche Lösungen bereits heute zur Verfügung stehen und wie künftige Innovationen aussehen könnten. Neben den bereits etablierten Hausnotrufsystemen wäre künftig ein elektrischer Tablettenspender denkbar, der automatisch die verschriebenen Mengen ausgibt. Solche und andere Lösungen stehen kurz vor der Marktreife und Herr Dresbach kündigte bereits weitere Innovationen an.

 

Der Höhepunkt der Veranstaltung war dennoch der Besuch von Staatsministerin Melanie Huml. Am Nachmittag griff Sie nochmals sämtliche Themen auf und spannte dabei den großen Bogen wie technische Lösungen, präventive Angebote und gesunde Verhaltensweisen dazu beitragen können, auch in Zukunft die Versorgung der ländlichen Bevölkerung zu gewährleisten. Wie für eine Ministerin würdig, nahm sie dabei auch die politische Klasse in die Pflicht, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Darüber hinaus müsse aber auch die Ausbildung hinterfragt werden, da hier offenbar viele Anreize gesetzt werden, nicht als Landarzt für die breite Bevölkerung tätig zu werden. Aus der Anzahl der Absolventen ist der Ärztemangel nicht belegbar, jedoch steigt die Anzahl von Medizinern, die nach dem Studium in gänzlich anderen Bereichen beruflich tätig werden und nahm sich selbst dabei nicht aus.

 

Herr Eduard Lintner, Staatsekretär a.D. und Vorsitzender der unterfränkischen Seniorenunion und Herr Eberhard Gräf, Kreisvorsitzender der Seniorenunion Bad Kissingen, führten gemeinsam durch den Tag und bedankten sich im Namen aller Anwesenden beim Haus, dass neben seiner medizinischen Kompetenz auch ein guter Gastgeber sei.

 

Auf dem Bild von links nach rechts:

Herr Lutsch (Verwaltungsleiter, Rehazentrum Bad Bocklet), Frau Huml (Staatsministerin für Gesundheit und Pflege) und Frau Prof. Reuss-Borst (ärztliche Gesamtkoordinatorin, Rehazentrum Bad Bocklet)

 

 

Quelle Text und Bild: Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet

 

 

 

 

 

 

 

 

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