Frauen an der Spitze

Johannesbad Gruppe setzt auf gezielte Personalentwicklung – fast die Hälfte der Führungskräfte sind Frauen – in Bad Füssing ist Claudia Eilhauer Klinikleiterin

Claudia Eilhauer hat ihren Job von der Pike auf gelernt: Die ausgebildete Ergotherapeutin leitet seit Anfang 2016 die Johannesbad Fachklinik Bad Füssing und die Johannesbad Therme. Damit führt sie rund 400 Mitarbeiter und trägt die Verantwortung für 500 Betten in der niederbayerischen Rehabilitationseinrichtung. Dieser angeschlossen ist eine Akutabteilung für Schmerztherapie sowie die größte Heilwasser-Therme Deutschlands. „Ich kenne die Arbeit mit den Patienten, aber auch die Abläufe in Reha-Einrichtungen aus eigener Erfahrung“, sagt die Klinikleiterin.
Claudia Eilhauer ist aber nur eine von vielen Frauen, die in der Johannesbad Gruppe eine Führungsposition innehaben. In der Johannesbad Gruppe ist rund die Hälfte der kaufmännischen Führungspositionen von Frauen besetzt. Damit geht der Gesundheitsdienstleister, der zu den Top-5 der Rehabilitationsanbieter Deutschlands zählt, mit bestem Beispiel voran. Das Statistische Bundesamt zählte 2014 nämlich nur 29 Prozent weibliche Führungskräfte in Deutschland. An Klinikspitzen waren es laut Krankenhausreport zehn Prozent weniger: Nur jede fünfte kaufmännische Leitung in deutschen Kliniken war 2015 weiblich. Befähigt werden bei der Johannesbad Gruppe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Führungspositionen durch ein unternehmensweites Personalentwicklungsprogramm (PEP); das hat auch Claudia Eilhauer absolviert.

Der Mensch im Mittelpunkt

Jedes Jahr durchlaufen 20 Mitarbeiter der Johannesbad Gruppe Angebote des PEP. Die Inhalte sind speziell auf die Anforderungen im Klinik- und Hotelmanagement zugeschnitten. „Qualitätsmanagement, Personalführung und Umgang mit den Patienten ist in unserer Branche besonders wichtig“, erklärt Dr. York Dhein, Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe, zu der neun Fachkliniken, acht Hotels, zwei Berufsfachschulen und eine Therme gehören. „Neben Zahlen und wirtschaftlichem Erfolg steht hier die Arbeit mit und für den Menschen im Fokus. Das fordert unsere Mitarbeiter besonders“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Gewachsen durch die neue Sicht

„Ich bin – wie alle meine Kollegen – im PEP gewachsen“, resümiert die Klinikleiterin, die 1992 ihre Ausbildung zur Ergotherapeutin an der Johannesbad Medfachschule in Bad Elster begann. „Auch wenn ich einen Teil der Themen in meinem berufsbegleitenden Studium bereits kennengelernt habe, so habe ich in dem Personalentwicklungsprogramm spezielles Wissen vermittelt bekommen und neue Sichtweisen kennengelernt“, sagt sie, die 2010 neben ihrem Beruf in Innsbruck studiert hat. Das PEP des Familienunternehmens entwickelt Führungskräfte der Johannesbad Gruppe mit Selbst- und Fremdsicht; jeder Teilnehmer beschäftigt sich zum einen mit sich selbst, mit seinen Stärken und Schwächen. Zum anderen bekommt er Rückmeldung zur eigenen Führungsrolle, zur Kommunikation mit Mitarbeitern und zum Konfliktmanagement. „Da ich die Abläufe in der Klinik aus meiner Zeit als Therapeutin selbst kenne, kann ich mich auch als Chefin in die Mitarbeiter sehr gut hineinversetzen“, beschreibt Claudia Eilhauer ihre große Stärke. Sie weiß aber auch um Entwicklungspotenzial in der Führungsrolle: „Ich muss mehr delegieren“, resümiert sie und fügt lächelnd an „vermeintlich typisch weiblich.“
Claudia Eilhauer hat sich zum Ziel gesetzt, die Johannesbad Fachklinik Bad Füssing wirtschaftlich weiter zu stärken. Führungsqualitäten zu entwickeln, sind ihrer Meinung nach eine Sache der Persönlichkeit, nicht des Geschlechts. „Ich habe 2014 als kommissarische Klinikleiterin gezeigt, dass ich der Aufgabe gewachsen bin, das hat der Vorstand erkannt“, sagt sie. Dr. York Dhein bestätigt: „Claudia Eilhauer ist in unserem Unternehmen stetig gewachsen, wir sind überzeugt von ihrem Können.“ Er betont: „Bei uns gibt es keine Frauenquote. Bei uns zählt die Qualifikation. Der am besten geeignete Mitarbeiter – ob Frau oder Mann – wird mit Führungsaufgaben betraut.“
Der Blick durch die Führungsetage des Gesundheitsdienstleisters zeigt: Insgesamt sind zehn von 23 Führungskräften weiblich; die Chefärzte, eine Männerdomäne, bereits mit eingerechnet. Auch hier überrascht die Johannesbad Gruppe mit einer Quote von 30 Prozent weiblichen Chefärzten. „Wir setzen vor allem auf die Aus- und Weiterbildung in den eigenen Reihen“, betont Dr. York Dhein, „an der Johannesbad Akademie entwickeln wir all unsere Beschäftigten weiter, ganz gleich ob Frauen oder Männer.“

Kollegial für die Qualität

Die unternehmenseigene Ausbildung des Johannesbads kennt Claudia Eilhauer nicht nur als Schülerin, sondern später auch aus Sicht der Lehrkraft. Sie hat an der Johannesbad Medfachschule für Ergo- und Physiotherapeuten, Masseure und medizinische Bademeister unterrichtet. „Anschließend habe ich die Ergotherapie an der Johannesbad Fachklinik Bad Füssing aufgebaut“, erinnert sich die 44-jährige Klinikleiterin. „Deswegen steht bei mir eine hohe medizinische Qualität immer im Fokus.“ Die Klinikleiterin, die sich selbst einen „kollegialen und wertschätzenden Führungsstil“ bescheinigt, will sich in ihrer aktuellen Funktion in Zukunft noch stärker dem Qualitätsmanagement verschreiben. Außerdem will sie die Leistungen für Privatzahler sowie ausländische Gäste in allen Bereichen der Johannesbad Fachklinik Bad Füssing weiter ausbauen.

Die Module des Personalentwicklungsprogramms (PEP) der Johannesbad Gruppe

Bei den vier Modulen des PEP „Ich“, „Du“, „Wir“, „Zusammen“ erarbeiten sich die Teilnehmer Schlüsselqualifikationen für die Führungsarbeit. Im Modul „Ich“ blicken sie auf die eigene Persönlichkeit und Identität und beschäftigen sich mit den belastenden Seiten des beruflichen Alltags wie beispielsweise Stress und endliche Energie. Im Modul „Du“ widmen sie sich den Schwerpunktthemen Führung und Kommunikation. Die Teilnehmer lernen, zielgerichtete Mitarbeitergespräche zu führen sowie bei den Mitarbeitern Eigenverantwortung und Motivation zu erzeugen. Das Modul „Wir“ beschäftigt sich mit den Themen Gruppendynamik und Teamentwicklung und geht intensiv auf den konstruktiven Umgang mit Konflikten ein. Im Modul „Zusammen“ machen sich die Führungskräfte mit wichtigen Methodenkompetenzen vertraut: Besprechungsmanagement, Kreativitäts-, Moderations- und Entscheidungstechniken. Überdies bietet es einen Einblick in die Themen Changemanagement und Unternehmenskulturbildung – am Beispiel der Johannesbad Gruppe.

 

 

Quelle Text und Bild: Johannesbad Holding AG & Co. KG

 

 

 

 

 

 

 

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