Ärzte-Symposium am Bad Bockleter Rehazentrum - ein voller Erfolg

Das erstmals im Bad Bockleter Rehabilitations- und Präventionszentrum durchgeführte Ärzte-Symposium stieß auf große Resonanz; annähernd 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland konnten von der wissenschaftlichen Tagungsleitung und Organisatorin, Frau Prof. Dr. Monika Reuss-Borst, begrüßt werden. Das große Interesse an der Veranstaltung überrascht nicht - waren doch die Themenschwerpunkte in diesem Jahr "Adipositas und Diabetes mellitus", Erkrankungen, mit denen sich jeder Arzt in Klinik und Praxis tagtäglich beschäftigen muss. So sind zwischenzeitlich in Deutschland zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen bereits übergewichtig - Tendenz weiter steigend. Ein Viertel der Erwachsenen ist bereits heute stark übergewichtig (adipös). Dies hat Konsequenzen - nicht nur für andere Krankheiten, wie Diabetes mellitus, Arthrosen, Koronare Herzerkrankungen (KHK), die ebenfalls stark an Häufigkeit zunehmen. Die dadurch verursachten jährlichen Zusatzkosten stellen auch unser Gesundheitssystem vor gewaltige Herausforderungen.

Am Bad Bockleter Symposium informierten hochkarätige Referenten aus ganz Deutschland über viele Facetten der Erkrankung. So ging es darum, ob Ärzte überhaupt Patienten zu einer nachhaltigen Lebensstilmodifikation motivieren können und welche Rolle die modernen Medien z. B. Apps oder Fitnesstracker in Zukunft spielen könnten. Vielfach stellt gerade die Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten im Alltag ein unüberwindbares Hindernis dar. Dann kann auch eine Rehabilitation sinnvoll sein, wie Dr. Dietmar Brückl, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin am Bad Bockleter Rehazentrum anhand des klinikeigenen BRITTA-Konzeptes (Bockleter Reha-Intervention bei Adipositas) zur Therapie der Adipositas eindrucksvoll darstellte. Neue operative Methoden der Adipositastherapie wie z. B. die sogenannte bariatrische Chirurgie (PD Dr. Seyfried, Abteilung Chirurgie der Julius-Maximilians-Universität, Würzburg), die zwischenzeitlich zunehmend häufiger zum Einsatz kommt sowie aktuelle Empfehlungen der Therapie von Patienten mit Adipositas und Diabetes mellitus (Prof. Jakob, Villingen Schwenningen, Dr. Chung, Kiel, Dr. Gola, Berlin) waren weitere Themenschwerpunkte des Kongresses. Können auch Bonus- oder Malusprogramme wie sie derzeit von der Politik diskutiert werden, sinnvoll sein? Ein kontrovers diskutiertes Thema, mit dem sich der Volkswirtschaftler Prof. Wübker vom Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsinstitut, Essen in seinem Vortrag auseinandersetzte. Am Folgetag wurde in einem interaktiven Forum die komplexe Therapie der Adipositas von Dr. Heike Schulze, Chefärztin der Abteilung Psychosomatik und ihrem Team anhand eines Fallbeispiels mit den Teilnehmern ausführlich diskutiert. Dabei wurden auch die psychischen Ursachen der Gewichtszunahme und viele weitere Aspekte der Erkrankung Adipositas angesprochen. "Diese Veranstaltung muss im nächsten Jahr unbedingt wieder stattfinden"; war nicht nur Wunsch des Klinikgeschäftsführers, Herrn Barlage, sondern aller Teilnehmer nach zwei spannenden und informativen Kongresstagen.

 

Diabesity – Prof. Dr. Stefan Jakob (Villingen-Schwenningen) referierte über die Folgen der Pandemie Diabetes und Adipositas (Obesity), im Angloamerikanischen Diabesity genannt.

 

 

von links nach rechts Prof. Dr. Stefan Jakob (Villingen-Schwenningen), Dr. Dietmar Brückl (Bad Bocklet), Dr. Ute Gola (Berlin), Dr. Andrea Reusch (Würzburg), Prof. Dr. Monika Reuss-Borst (Bad Bocklet), Prof. Dr. Ulrike Kämmerer (Würzburg), Dr. Oliver Chung (Kiel)

 

Quelle Text und Bilder:  Rehabilitations- & Präventionszentrum Bad Bocklet

 

 

 

 

 

 

 

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