LEISTUNGSTRÄGER


Hier finden Sie redaktionelle Texte von Krankenkassen und anderen Zuweisern wie z. B. der Deutschen Rentenversicherung oder auch Informationen vom Müttergenesungswerk (MGW), den Sozialdiensten (DVSG) oder auch der „Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation“ (DEGEMED) zum Thema Rehabilitation.


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DEGEMED - Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.

Fasanenstr. 5, 10623 Berlin
Tel.: 0 30/28 44 96-6, Fax: 0 30/28 44 96-70
net.: www.degemed.de
e-Mail: degemed@degemed.de

 

Die – 1996 gegründete – Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED) ist ein Spitzenverband von Einrichtungen der Medizinischen Qualitäts-Rehabilitation. Als Unternehmensverband und Fachgesellschaft vertritt die DEGEMED die wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder, und sie fördert aktiv den Erhalt und die Weiterentwicklung einer professionellen, qualitativ hochwertigen Rehabilitation in Deutschland. Alle Mitglieder des Verbandes haben sich auf der Basis definierter Kriterien zur Qualitäts-Rehabilitation verpflichtet, um eine optimale Versorgung und Betreuung der Patienten zu gewährleisten. So kann die DEGEMED nicht nur den individuellen, sondern auch den betriebs- und volkswirtschaftlichen Nutzen und Wert der Medizinischen Rehabilitation („Rehabilitation vor Rente“, „Rehabilitation vor Pflege“, „Rehabilitation vor und bei Krankheit“) gegenüber Politik und Öffentlichkeit glaubwürdig vertreten.

Auf diese Weise will die DEGEMED dazu beitragen:

  • die Medizinische Rehabilitation als integralen Bestandteil unserer Gesundheitssicherung zu stärken
  • in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Patienten, der Politik und der Leistungsträger den funktionsgerechten Ausbau der Medizinischen Rehabilitation als systemübergreifendes Gesundheitsdach voran zu bringen
  • den notwendigen Strukturwandel in der Medizinischen Rehabilitation aktiv mit zu gestalten und die situationsgerechten Beziehungen zur Beruflichen Rehabilitation zu intensivieren
  • mit der Veröffentlichung von Arbeitsergebnissen den Informationsstand über die Medizinische Rehabilitation zu verbreitern
  • durch Tagungen die Qualität der Medizinischen Rehabilitation national und international wettbewerbsfähig zu halten
  • in der medizinischen Wissenschaft die Weiterentwicklung der Medizinischen Rehabilitation über Kooperation und Projekte mit wissenschaftlichen Einrichtungen zu fördern
  • durch ein reha-spezifisches Überprüfungs- und Zertifizierungsverfahren den hohen Standard der Mitgliedskliniken der DEGEMED nach außen zu dokumentieren.

Die demographisch bedingte Verlängerung der Lebenszeit führt zu einer deutlichen Zunahme der chronischen Erkrankungen, von Multimorbidität und deren Folgen. Die Akutmedizin kann die dafür notwendige Versorgung nicht sicherstellen. Die Versorgung chronisch kranker und multimorbider Menschen braucht die Medizinische Rehabilitation, weil sich die Rehabilitation nicht nur auf die körperlichen, sondern auch die psychischen und sozialen Krankheitsursachen und Krankheitsfolgen in multiprofessioneller Zusammenarbeit konzentriert.

Die demographisch bedingte Abnahme jüngerer und Zunahme älterer Menschen mit ihren unübersehbaren Konsequenzen für Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Gesellschaft erfordern eine tendenziell längere Beteiligung aller Erwerbsfähigen am Arbeitsleben. Die zunehmende Nutzung der Wissensressourcen älterer Erwerbstätiger und die Verschiebung der Altersgrenzen für die Inanspruchnahme ungekürzter Renten erfordern eine nachhaltige, länger währende Stabilisierung der Erwerbsfähigkeit innerhalb der Generationen. Die Medizinische Rehabilitation ist kraft ihrer integrierenden Aufgabenstellung das richtige Instrument, um dieses gesellschaftspolitische Anliegen mit zu verwirklichen.

Deshalb grenzen sich die Mitglieder der DEGEMED über ihre Rehabilitationskonzepte klar von allen ambulanten oder stationären Kuren und von solchen Rehabilitationsmaßnahmen ab, die diesen Anspruch nicht erfüllen können. Die Medizinische Rehabilitation soll erhebliche oder chronische Erkrankungen mit speziellen, rehabilitationsmedizinischen Methoden beheben oder lindern, soll eine drohende Frühberentung oder den Eintritt der Pflegebedürftigkeit vermeiden oder hinausschieben. In dieser Weise ist sie unverzichtbarer Bestandteil der Behandlungskette und steht sie gleichrangig neben Prävention und akutmedizinischer Versorgung.

Medizinische Rehabilitation findet nicht nur in Deutschland statt. § 18 des Sozialgesetzbuch Neun lässt Leistungen der Rehabilitation auch im Ausland zu, wenn sie dort bei zumindest gleicher Qualität und Wirksamkeit wirtschaftlicher ausgeführt werden können. Die Mitgliedskliniken der DEGEMED stellen sich diesem Qualitäts- und Wirksamkeitsvergleich. Denn Qualität hat ihren Preis. Das gilt für alle Fälle der Inanspruchnahme von Leistungen der Rehabilitation über die Grenze – sei es deutscher  Rehabilitanden im Ausland, sei es ausländischer Rehabilitanden in Deutschland. Die Verkürzung der Rehabilitation auf einen bloßen Preiswettbewerb würde Anliegen und Zweck der Maßnahmen zuwiderlaufen.

Qualitätsmanagement-System der DEGEMED

Das Sozialgesetzbuch Neun stellt den Patienten und die Qualität der Leistungen in den Mittelpunkt all seiner Regelungen. § 20 SGB Absatz 2 IX verpflichtet die Leistungsträger  zu gemeinsamen Qualitätssicherungs-Programmen und die Leistungserbringer zum Einführen eines Qualitätsmanagement-Systems. Einrichtungen der Rehabilitation dürfen von den Leistungsträgern nur dann in Anspruch genommen werden, wenn sie die Existenz eines Qualitätsmanagement-Systems vorweisen können und die Qualitätssicherungs-Programme umzusetzen in der Lage sind. Mit § 20 Absatz 2 a SGB IX sind 2007 alle stationären Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation verpflichtet worden, sich nach einheitlichen Grundsätzen, die die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) festlegt, zertifzieren zu lassen. Die BAR hat die Festlegungen im Jahr 2009 mit den Spitzenverbänden der Rehabilitationsträger vereinbart.

Das Qualitätsmanagement-System der DEGEMED mit Zertifizierung erfüllt alle von der BAR vorgegebenen Kriterien, es ist deshalb von der BAR auch anerkannt und zugelassen worden. Die DEGEMED war in den 90er-Jahren der erste Verband für die Anliegen der Medizinischen Rehabilitation, der ein richtlinienorientiertes, reha-spezifisches Qualitätsmanagement entwickelt und angeboten hat. Ihm liegen zwei Komponenten zugrunde:

  • die Qualitätsgrundsätze der DEGEMED, die die Qualitätsanforderungen der Leistungsträger konsequent umgesetzt haben, und
  • die DIN EN ISO-Normen.

Die DIN EN ISO-Normen bilden in ihrem Ausgangspunkt ein Regelwerk, das sich nicht an konkreten Aufgaben orientiert, sondern – losgelöst von einem spezifischen Produkt – ein System beschreibt, das theoretisch in der Lage ist, Qualitätsmanagement für eine Vielzahl von Produkten zu betreiben. Dabei bilden die in den DIN EN ISO-Normen der Gruppe 9000 dargestellten Qualitätsanforderungen seit langem eine für den Bereich der Gesundheits-Dienstleistungen geeignete Ausgangsbasis für ein effizientes Qualitätsmanagement.
Die Kunst, dieses Regelwerk zu nutzen, liegt in seiner Umsetzung auf den spezifischen Anwendungsbereich. Entscheidend kommt es darauf an, alle reha-spezifischen Anforderungen in das Regelwerk einzubauen. Dabei muss die wissenschaftliche Diskussion um Qualitätsmanagement und Zertifizierung im Gesundheitswesen berücksichtigt werden. Die Kernpunkte des DEGEMED-Systems sind

  • eine allgemeine Definition des Rehabilitationsprozesses
  • die Abbildung des Rehabilitationsprozesses in einem Musterhandbuch zum Qualitätsmanagement
  • die Festlegung eines Audit-Kataloges mit rehabilitationsspezifischen Standards
  • die Einbeziehung von Kategorien des Modells der European Foundation for Quality Management (EFQM).

Auf dieser Basis wurde ein standardisiertes, reha-spezifisches und praxisgerechtes Zertifizierungsverfahren entwickelt, das sich aus drei Elementen zusammensetzt:

  • den DIN EN ISO-Normen und ausgewählten EFQM-Kategorien
  • den Qualitätsgrundsätzen der DEGEMED, eingearbeitet in die einzelnen Regeln der DIN EN ISO bzw. ihnen zugeordnet
  • den Anforderungen der Leistungsträger an die Qualität der Rehabilitation.

Dabei handelt es sich um ein lernendes Verfahren, das ständig entsprechende Veränderungen aufgreift und umsetzt – z. B. die Einbeziehung der neuen DIN EN ISO 9001:2000-Version mit ihrer verstärkten Berücksichtigung von Kategorien des EFQM-Modells oder die ergänzende Übersetzung des Verfahrens auf den Bereich der ambulanten Rehabilitation. Ferner hat die DEGEMED indikationsspezifische Module entwickelt – etwa für den Bereich der Neurologie oder der Orthopädie –, die, umgesetzt in Audit-Leitfäden, dem indikationsspezifischen Gestaltungsprozess der Qualitäts-Rehabilitation neue Impulse geben.

Für die Bereiche „Sucht und Abhängigkeitserkrankungen“ sowie „Soziotherapie chronisch Kranker“ haben die DEGEMED und der Fachverband Sucht (FVS) in enger  Kooperation miteinander separate Auditleitfäden vorgelegt.
Der neue Auditleitfaden Version 5.0 der DEGEMED aus dem Jahr 2009 benennt sichtbar die Qualitätskriterien der bei der BAR erarbeiteten Vereinbarung zum internen Qualitätsmanagement nach § 20 Absatz 2 a SGB IX und integriert die in der DIN EN ISO 9001:2008 enthaltenen Konkretisierungen und Erläuterungen. Zudem wurden unter Einbeziehung von QM-Beauftragten, Auditoren und Zertifizierungsstellen inhaltliche Klarstellungen sowie, zur besseren Handhabung des Leitfadens, formale Änderungen vorgenommen. Ferner sind, wie bereits in der Vorgängerversion 4.0, die Anforderungen des Visitationsbogens der Deutschen Rentenversicherung eingearbeitet.

Allerdings geht es nicht um kurzfristige Erfolge – dies würde den Ansprüchen der Qualitäts-Rehabilitation nicht gerecht. Vielmehr fördert und fordert das DEGEMED-Verfahren bewusst den kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Es zeichnet sich aus durch:

  • hohe Rehabilitations-Spezifität
  • konzeptgestützte Therapie und Definition der Basis-Ziele
  • Einführung einer Basis-Dokumentation
  • Systematische Messung von Ergebnis-Parametern
  • Transparenz in der Qualitätsmanagement-Darlegung
  • Kompatibilität mit externen Qualitätssicherungs-Programmen.


Viele zertifizierte Reha-Einrichtungen in Deutschland haben sich bislang des DEGEMED-Verfahrens bedient und sind ihm treu geblieben. So konnten sie externe Qualitätssicherungsmaßnahmen der Leistungsträger unproblematisch mit ihrem internen Qualitätsmanagement verbinden, konnten sie interdisziplinäres und interprofessionelles Arbeiten verbessern und ihre Leistungen nachvollziehbar darlegen. Das DEGEMED-Verfahren verhilft zu einer reproduzierbaren Therapiequalität und einer Transparenz des Therapieprozesses.
Im übrigen erfüllt das DEGEMED-Verfahren alle Anforderungen der Vereinbarung zwischen den Spitzenverbänden der Reha-Leistungserbringer und der gesetzlichen  Krankenversicherung über die Grundsätze eines Qualitätsmanagement für stationäre Reha- und Vorsorgeeinrichtungen nach § 137 d SGB V.

Zertifizierungs-Verfahren der DEGEMED

Das Zertifizierungs-Verfahren der DEGEMED gliedert sich in zwei Abschnitte:

  • die klinikinterne Vorbereitung auf die Zertifizierung
  • das Zertifizierungsverfahren durch anerkannte und bei der DEGEMED akkreditierte Zertifizierungs-Institute.

 

Im Rahmen der Zertifizierungsvorbereitung bauen die Einrichtungen zunächst die erforderlichen Strukturen auf. Das betrifft die Bestellung des Qualitätsbeauftragten und die Auswahl unterstützender Qualitätsmoderatoren.

Ferner werden alle Mitarbeiter über das QM-System und die Zertifizierung ausführlich unterrichtet. Die interne Vorbereitung beginnt mit der IST-Analyse. Sie kann als Selbstbewertung mit Hilfe der von der DEGEMED bereitgestellten Audit-Checkliste durchgeführt werden. Schrittweise werden dann ein klinikspezifisches QM-Handbuch, die ergänzenden Richtlinien und Verfahrensanweisungen entwickelt. Die bereits vorhandene Dokumentation wird in dieses System integriert. Abgeschlossen werden die internen Vorbereitungen für die Zertifizierung mit dem Durchführen des internen Audits durch eigene Mitarbeiter.

Zeigt das interne Audit zufriedenstellende Ergebnisse, kann das eigentliche Zertifizierungsverfahren in Gang gesetzt werden. Es beginnt mit der Anmeldung bei der DEGEMED und der Auswahl eines bei der DEGEMED akkreditierten Zertifizierungs-Unternehmens durch die Klinik. Im Rahmen der Zertifizierung erfolgt das externe Audit durch zwei Auditoren – den Leit-Auditor, der in besonderem Maße das Einhalten der Vorgaben der European Commission in Accreditation (ECA) besorgt, und den Fach-Auditor, der die erforderlichen Fachkenntnisse besitzt.

Das externe Audit erstreckt sich mindestens über zwei Tage, gegebenenfalls auch mehr – jeweils in Abhängigkeit von der Größe der Einrichtung. Vorgaben des Audit sind durch die ECA festgelegt. An Hand des Audit wird ein Bericht erstellt, in dem ggf. auch Abweichungen festgestellt werden. Falls die Abweichungen kritische Dimensionen erreichen, hat die Klinik die Möglichkeit, binnen drei Monaten Korrekturen vorzunehmen und sie vom Zertifizierer erneut prüfen zu lassen. Werden keine kritischen Abweichungen festgestellt oder verläuft die Nachprüfung ohne Mängel, wird das Zertifikat erteilt.

Allerdings ist das Zertifizierungsverfahren damit nicht abgeschlossen. Vielmehr ist eine permanente Überprüfung der Kliniken durch jährliche Wiederholungs-Audits vorgesehen, bei denen die Einhaltung der Qualitätsgrundsätze stichprobenartig überprüft werden. Nach drei Jahren wiederum wird das sog. Erst-oder Re-Audit durchgeführt. Das DEGEMED-Verfahren ist folglich kein punktuelles Ereignis, sondern ein dauerhafter Qualitätssicherungs-Prozess, den es zu erproben und weiter zu entwickeln gilt. Es ist auch insoweit ein lernendes Verfahren.

Die Mitglieder der DEGEMED haben sich eine bestmögliche Qualität in der Medizinischen Rehabilitation zum Ziel gesetzt. Dieses Ziel ist für alle Mitglieder Verpflichtung. Darum werden in die DEGEMED nur solche Kliniken, Einrichtungen und Organisationen aufgenommen, die sich mit der Qualitätsphilosophie des Verbandes identifizieren und sie in die Praxis umsetzen.
Gemeinsam mit der Deutschen Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG) hat die DEGEMED einen Info-Flyer zu Wunsch- und Wahlrechten von Patienten herausgegeben. Patienten werden in dem Faltblatt mit dem Titel „Klinik nach Wunsch? Sie haben die Wahl“ über das nach § 9 SGB IX für sie geltende Recht aufgeklärt. Der Flyer kann über die DEGEMED bezogen werden. Die Geschäftsstelle der DEGEMED oder unsere Website www.degemed.de erteilen auf Anfrage weitere Informationen.
Dort finden Sie auch alle nach DEGEMED (re-)zertifizierten Einrichtungen und erhalten Sie, um weitere Auskünfte zu erlangen, auch die Anschriften und Daten aller  Einrichtungen, die sich der DEGEMED angeschlossen haben.

 

Text: DEGEMED

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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