KRANKHEITSBILDER

Konkrete medizinische Informationen bei Gesundheitsproblemen von Akne bis Zahnschmerzen; deren Ursachen und Möglichkeiten der Vorbeugung. Alle Beiträge werden von Ärzten oder Apothekern erstellt und patientengerecht aufbereitet.




 
 
 

Zyklusstörungen

 

Als Zyklusstörungen werden Veränderungen im monatlichen Menstruationszyklus bezeichnet. Sie können Stärke und Dauer der Blutung sowie die zeitlichen Abstände zwischen den Blutungen betreffen. Mediziner unterscheiden zu starke und zu schwache Regelblutungen (Hyper- und Hypomenorrhoe), einen verlängerten oder verkürzten Abstand zwischen den monatlichen Blutungen (Obligo- und Polymenorrhoe), eine verlängerte Regelblutung (Menorrhagie), das Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe) und eine schmerzhafte Regelblutung (Dsymenorrhoe). Zudem gibt es sogenannte Zwischenblutungen, also Blutungen außerhalb der normalen Regelblutung.

 

Symptome

  • Hypermenorrhoe: sehr starke Monatsblutung mit einem Blutverlust pro Menstruation von mehr als 150 Milliliter, häufig Abgang von Blutkoageln, mitunter Schwäche, allgemeines Krankheitsgefühl und Blutarmut
  • Hypomenorrhoe: sehr schwache und weniger als zwei Tage andauernde Blutung, mitunter nur sogenannte Schmierblutungen, Blutverlust pro Menstruation oft weniger als 25 Milliliter
  • Oligomenorrhoe: erhöhte Gesamtzyklusdauer auf über 35 bis zu maximal 90 Tagen, Stärke und Dauer der Blutung oft normal oder nur minimal vermindert, unmittelbar nach der ersten Regel bis zum Eipendeln der normalen Zyklusdauer normal
  • Polymenorrhoe: Abstände zwischen den Regelblutungen sind kürzer als 25 Tage, häufig Blutarmut
  • Menorrhagie: verlängerte Menstruationsblutung, Blutungsphase dauert 7 bis 14 Tage an, häufig starke Monatsblutungen, sehr hohes Risiko, an Blutarmut zu erkranken
  • Amenorrhoe: fehlende oder ausbleibende Regelblutung - Ausnahme Schwangerschaft und Stillzeit, Kindheit und Zeitraum nach der letzten Regelblutung (Postmenopause)
  • Dysmeorrhoe: schmerzhafte Regelblutung
  • Zwischenblutungen: Blutungen zwischen den normalen Regelblutungen

 

Ursachen

  • erbliche Komponente
  • körperliche und seelische Belastungen (zum Beispiel exzessiver Sport, extreme Diäten und auch Magersucht, dauerhafter Schichtwechsel mit gestörtem Tag-Nacht-Rhythmus, Identitätsprobleme mit der eigenen Weiblichkeit oder Konflikte in der Beziehung)
  • hormonelle Störungen wie mangelhafte Hormonproduktion in den Eierstöcken (sogenannte Ovarialinsuffizienz), Schilddrüsenunterfunktion, Regelkreisstörungen von Hypothalamus (ein Bereich des Zwischenhirns) und Hirnanhangdrüse (Hypophyse), krankhafter Überschuss der männlichen Hormone (Androgene) und des körpereigenen Hormons Cortisol
  • Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane wie Endometriose (Gebärmutterwachstum außerhalb der Gebärmutterhöhle), Gebärmuttermyome, Gebärmutterkrebs und Gebärmutterhalskrebs sowie Eierstockzystenzysten
  • andere Erkrankungen wie Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel Eisenspeicherkrankheit) oder Bluthochdruck
  • Medikamente wie hormonelle Verhütungsmittel („Pille“ oder Spirale), Chemotherapeutika (wie Cisplatin und Temozolomid), Psychopharmaka (wie Haloperidol, Lithium oder Sulpirid), blutdrucksenkende Mittel (wie Betablocker, Calciumantagonisten oder ACE-Hemmer) und Hormonpräparate (wie Kortison oder Thyroxin)
  • Umweltgifte wie die Lösungsmittel Benzol, Toluol und Tylenol, chlorierte Kohlenwasserstoffe wie Dioxine und dioxinähnliche Polychlorierte Biphenyle (PCB), Imprägniermittel Formaldehyd sowie Tabakrauch

 

Behandlung

  • Östrogen-Gestagen-Kombinationen wie Ethinylestradiol und Levonogestrel, Ethinylestradiol und Desogestrel sowie Ethinylestradiol und Chlormadinonacetat
  • Gestagene wie Medrogeston und Medroxyprogesteronacetat
  • Östrogene wie Estradiol
  • bei unerfülltem Kinderwunsch zum Beispiel Clomifen, Follitropin alpha oder Mentorin
  • Operationen, zum Beispiel Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut oder Gebärmutterentfernung

 

Selbsthilfe

  • Stress meiden, Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Yoga
  • stimmungsaufhellende Medikamente mit Johanniskraut
  • ruhefördernde und ausgleichende Arzneimittel mit Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblumenkraut
  • Moorvollbäder
  • pflanzliche, östrogenartig wirkende Medikamente (sogenannte Phytoöstrogene) mit Traubensilberkerze und Mönchspfeffer
  • frische und abwechslungsreiche Ernährung, Abbau von Übergewicht und regelmäßige körperliche Bewegung
  • extreme Diäten und exzessive sportliche Betätigungen vermeiden

 

Vorbeugung

  • nicht immer möglich
  • seelische und körperliche Überlastungen vermeiden, auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung achten, regelmäßige Bewegung sowie Über- und Untergewicht verhindern
  • Zykluskalender führen, um Zyklusstörungen rasch zu erkennen

 

Wann zum Arzt?

  • bei unregelmäßiger, zu schwacher und zu starker Regelblutung (insbesondere Frauen, die regelmäßig Medikamente aufgrund anderer Erkrankungen einnehmen müssen sowie Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch)

 

Ausführliche Informationen über Zyklusstörungen und Behandlung von Zyklusstörungen finden Sie bei "meine-gesundheit.de"

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