KRANKHEITSBILDER

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Geriatrie und geriatrische Reha: Spezielle Versorgung für Patienten über 70

 

Geriatrie ist der Fachausdruck für die Lehre von den Krankheiten alternder Menschen. In der Praxis beschäftigt sich Geriatrie mit Patienten, die über 70 Jahre alt sind und in der Regel mehrere Erkrankungen haben. Ärzte sprechen bei Letzterem von Multimorbidität. Gerade die Multimorbidität und die im Alter schwindende Regenerationskraft stellen besondere Anforderungen an die Geriatrie und die geriatrische Rehabilitation. Am besten darauf eingestellt sind geriatrische Fachkliniken und große geriatrische Stationen, vor allem an großen Kliniken.


Wichtige Disziplinen der Geriatrie

„Altern ist nichts für Feiglinge“ – ob der Titel von Joachim Fuchsbergers Buch nun Mae West oder Bette Davies zuzuschreiben ist, ändert nichts an der Aussage: Altern geht mit körperlichen – und zuweilen auch geistigen – Beschwernissen und Einschränkungen einher. Sehr viel ernster wird es allerdings, wenn aus Beschwernissen Krankheiten werden. Die Geriatrie befasst sich vor allem mit:

 

  • internistischen Erkrankungen wie fortgeschrittenem Diabetes oder anderen Stoffwechselstörungen
  • Erkrankungen des Herzkreislaufsystems wie Herzinfarkt, Arteriosklerose und Bluthochdruck
  • orthopädische Erkrankungen wie Arthrose
  • chirurgischer Behandlung nach Knochenbrüchen, Unfällen oder Transplantationen (zum Beispiel Hüftgelenke)
  • neurologischen Erkrankungen wie Demenz und Parkinson oder Ausfallserscheinungen nach einem Schlaganfall
  • psychischen Erkrankungen wie Depression.

 

Kriterien für gute Geriatrie

Eine gute Geriatrie zeichnet sich vor allem aus, dass die behandelnden Ärzte, Therapeuten und das Pflegepersonal sowie die Einrichtung auf die Bedürfnisse von Menschen im Alter zugeschnitten sind. Eine Facharztausbildung Geriatrie gibt es in Deutschland gegenwärtig nicht. Allerdings können Fachärzte, beispielsweise Internisten oder Orthopäden, eine Zusatzqualifikation Geriatrie absolvieren.
Ein weiteres Qualitätskriterium für gute Geriatrie-Kliniken oder Geriatrie-Stationen ist die fachübergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen ärztlichen Fachrichtungen sowie die Koordination von Therapie, Pflege und Reha.
 

Geriatrie und Rehabilitation

In der Geriatrie kommt der Rehabilitation besondere Bedeutung zu. Was bei jungen Menschen in aller Regel noch fast wie von selbst geschieht, erfordert im Alter häufig eine spezielle Therapie und Förderung. Ziel der Reha ist es, dass Patienten nach einer Erkrankung oder einem Unfall individuell bestmögliche Selbstständigkeit erlangen. In erster Linie sind zwei Formen Rehabilitation zu unterscheiden.

 

Indikationsbezogene Rehabilitation

Die sogenannte indikationsbezogene Rehabilitation konzentriert sich vor allem darauf, die Folgen einer Erkrankung abzufedern. Typisch ist beispielsweise die Reha nach einem Herzinfarkt oder einem Knochenbruch. Die indikationsbezogene Reha zielt dann vor allem darauf, Herz- und Kreislauf zu stärken oder die Sturzgefahr zu mindern.

 

Geriatrische Rehabilitation

Umfassender ist die sogenannte geriatrische Reha. Sie nimmt alle Erkrankungen und die besonderen individuellen Bedürfnisse des Patienten – und seines Umfeldes – in den Blick. In der geriatrischen Rehabilitation arbeiten Ärzte, Pflege, Psychologen, Sozialarbeiter, Logopäden, Ergotherapeuten und viele Fachleute mehr gemeinsam an dem Ziel, das größtmögliche Maß an Selbstständigkeit zu erhalten.

 

Geriatrische Reha beantragen – und bekommen

Patienten haben seit 2007 einen Rechtsanspruch auf geriatrische Reha. Nach Beobachtung der Stiftung Warentest bewilligen die Krankenkassen aber häufig nur eine indikationsbezogene Reha. Damit Sie den Anspruch auf eine geriatrische Reha gegenüber Ihrer Krankenkasse durchsetzen können, sollten Sie - oder Ihre Angehörigen – von Beginn an auf eine geriatrische Reha drängen. Unterstützung finden Sie dabei in aller Regel beim Sozialdienst des Krankenhauses, einer unabhängigen Patientenberatung oder vielen Fachärzten mit der Zusatzbezeichnung Geriatrie.
Im Falle der Ablehnung einer geriatrischen Reha hilft oft schon ein Anruf bei der Krankenkasse. Wenn der Sachbearbeiter (oder ein Kollege, eine Kollegin) beim Nein bleibt, können Sie Widerspruch einlegen. Helfer dabei finden Sie ebenfalls häufig in den Kliniken, bei der Verbraucherberatung oder dem Sozialverband VdK, der in Deutschland nahezu flächendeckend vertreten ist.
 

Voraussetzungen für geriatrische Reha

Für den Antrag auf eine geriatrische Reha sind folgende Grundanforderungen zu erfüllen:
1.    Lebensalter: in der Regel ab 70 Jahren
2.    Diagnose: mindestens zwei für die Geriatrie typische Erkrankungen
3.    Prognose: Die Reha soll mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass der Patient wieder weitgehend selbstständig leben kann und nicht oder nur wenig pflegebedürftig bleibt.

 

Dauer

Eine geriatrische Reha dauert im Schnitt etwa 3 Wochen. In der Regel erfolgt die Reha stationär, also in einer Klinik oder einem Reha-Zentrum. Deshalb sollten Sie sich eine Reha-Einrichtung suchen, die möglichst nah an Ihrem Wohnort ist. Ist nach der Reha ein Wohnortwechsel geplant (beispielsweise ein Umzug in die Nähe von unterstützenden Angehörigen), kann eine Klinik in der Nähe des neuen Wohnortes die bessere Wahl sein. Das ermöglicht es beispielsweise, dass Ihre Angehörigen in die Reha-Arbeit einbezogen werden können.

 

Städtisches Klinikum Dresden Friedrichstadt

Dresden
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Tel.: 0351 480-1850
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