KRANKHEITSBILDER

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Therapie von Essstörungen

 

Um es in aller Deutlichkeit vorwegzunehmen: Die professionelle Therapie von Essstörungen ist in den allermeisten Fällen der einzige Weg, aus Bulimie, Magersucht oder Binge-Eating herauszufinden. Essstörungen sind keine Marotte von Teenagern oder jungen Frauen, sondern eine komplexe psychische Erkrankung. Die Therapie von Essstörungen ist nicht einfach und häufig langwierig. Sie stellt für Betroffene und deren Umfeld oft eine große Belastung dar. Dennoch lohnt sie sich: Die Therapie von Essstörungen rettet Leben.

 

Magersucht besonders gefährlich

Unter den Essstörungen gilt Magersucht als besonders gefährlich. Innerhalb von 10 Jahren sterben 5 Prozent der Betroffenen an dieser Essstörung. Mit 40 Prozent liegt die Erfolgsquote von Magersucht-Therapien deutlich unter der bei Bulimie. Bei Bulimie sind 5 Jahre nach einer Therapie amerikanischen Studien zufolge etwa 50 Prozent der Betroffene ohne Symptome. Nur 20 Prozent gelten weiter als erkrankt.

Diese Zahlen verdeutlichen einerseits, dass die Therapie von Essstörungen gute Erfolgsaussichten hat. Andererseits legen sie auch nahe, dass mit schnellen Erfolgen nicht zu rechnen ist. Vielmehr ist die Therapie von Essstörungen ein Prozess, der sich über viele Monate und sogar Jahre hinziehen kann.

 

Vielfalt der Therapieangebote

Die Vielfalt der Therapieangebote bei Essstörungen ist für Betroffene und Angehörige oder Freunde kaum zu überblicken. Die Therapien reichen von psychoanalytischen Behandlungen über Verhaltenstherapien bis zu Zwangsernährung in der Akutphase. Einen unabhängigen und objektiven Überblick, der sich vor allem an Betroffene und Eltern richtet, bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Über die Webseite des Bundesamtes (bzga.de) finden Sie auch Beratungsangebote in Ihrer Nähe.

Stärker fachlich orientiert, aber ebenso informativ ist bundesfachverbandessstoerungen.de, die Webseite des Bundesfachverbandes Essstörungen.

 

Den Weg zur Therapie von Essstörungen ebnen

Magersucht und Ess-Brech-Sucht sind, wie die deutschen Bezeichnungen für Anorexie und Bulimie es ausdrücken, Suchterkrankungen oder haben wenigstens suchtähnlichen Charakter. Für Suchterkrankungen aber ist typisch, dass die Erkrankten als letzte einsehen, dass sie eine Behandlung brauchen.

Bei Essstörungen kommt erschwerend hinzu, dass eine Störung der Körperwahrnehmung (sogenannte Körperschemastörung) zu den charakteristischen Krankheitszeichen zählt. Das erklärt, warum selbst lebensgefährlich abgemagerte Magersüchtige bei einem Blick in den Spiegel nicht erkennen, dass etwas mit ihrer Figur nicht stimmt.

 

Schwieriger Weg ins Gespräch

Im Gegensatz zu den Erkrankten erkennt das familiäre Umfeld häufig recht früh, wenn sich eine Essstörung entwickelt hat. Wegen des Suchtcharakters der Erkrankung und der Körperschemastörung aber bleibt es auch für nahestehende Menschen sehr schwer, mit den Erkrankten in ein Gespräch über das Essverhalten oder gar über die Notwendigkeit einer Therapie zu kommen.

 

Essstörungen belasten nicht nur die Erkrankten

Essstörungen bedeuten nicht nur für die Erkrankten einen erheblichen Leidensdruck. Vor allem Magersucht wirkt sich oft sehr belastend insbesondere für Familien aus. Die Sorge um die Kinder kann die Eltern im wahrsten Sinne des Wortes krank machen.

Aus den häufig wiederkehrenden Streitigkeiten um das Essverhalten entwickeln sich oft Blockaden, die einer konstruktiven Lösung im Wege stehen. Experten empfehlen Eltern daher häufig, sich einerseits selbst Hilfe zu holen (bei Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen) und den Dialog mit essgestörten Kindern von Experten führen zu lassen.

 

Keinen Druck ausüben

So sehr die elterliche Sorge verständlich und begründet ist: Versuchen Sie als Eltern bitte, keinen Druck auf essgestörte Kinder auszuüben. Mit dem Druck treiben Sie die Kinder nur noch stärker in die Essstörungen. So schwer es auch auszuhalten ist: Vermeiden Sie die leidigen Auseinandersetzungen über das Essverhalten. Aber signalisieren Sie den Kindern unmissverständlich, dass Sie jederzeit ansprechbar und hilfsbereit sind.

 

Unter Magersucht und Bulimie und Binge-Eating finden Sie weitere Informationen über Essstörungen.

 

Simbach am Inn, Bayern

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