KRANKHEITSBILDER

Konkrete medizinische Informationen bei Gesundheitsproblemen von Akne bis Zahnschmerzen; deren Ursachen und Möglichkeiten der Vorbeugung. Alle Beiträge werden von Ärzten oder Apothekern erstellt und patientengerecht aufbereitet.




 
 
 

Dekubitus

 

Als Dekubitus wird in der Medizin ein Druckgeschwür bezeichnet. Umgangssprachlich spricht man auch von Wundliegen. Dekubitalgeschwüre entstehen, wenn Haut und Gewebe über längere Zeit permanentem Druck ausgesetzt sind (zum Beispiel durch längere Bettlägerigkeit oder Unbeweglichkeit). Durch den Druck auf die Haut werden kleinste Blutgefäße zusammengepresst. Dadurch vermindert sich der Blutfluss und die umliegende Hautregion wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Hält der Druck weiter an, sterben Hautzellen ab - Dekubitus ist die Folge.

 

Symptome

  • im Anfangsstadium Hautrötung, evtl. Verhärtung und Überwärmung der Haut
  • später oberflächliche bis tiefe Hautwunden, zum Teil mit blau-schwarzer Verfärbung (Nekrosen)
  • starke bis sehr starke Schmerzen
  • Infektionen, wenn Krankheitserreger eindringen.

 

Ursachen

  • langanhaltender Druck auf die Haut, zum Beispiel bei Bettlägerigkeit oder im Gipsverband
  • Scherkräfte durch Hochziehen (beim Lagern) und Rutschen im Bett
  • Diabetes und arterielle Durchblutungsstörungen erhöhen das Dekubitus-Risiko.
  • Ungünstige Faktoren sind starkes Übergewicht (Adipositas), ein schlechter Ernährung- und Allgemeinzustand (beispielsweise bei Magersucht), Abwehrschwäche, Fieber, vermehrtes Schwitzen sowie Harn- und Stuhlinkontinenz.

 

Behandlung

  • feuchte Verbände, insbesondere Hydrokolloid- und Alginatverbände
  • evtl. Spülen mit speziellen Spüllösungen (zum Beispiel 0,9%ige Natriumchloridlösung, PVP-Iod und Octenidinhydrochlorid)
  • alternativ biochirurgische Verfahren (Madentherapie) und silberhaltige Wundauflagen
  • chirurgische Maßnahmen, um abgestorbene Gewebsreste zu entfernen; ggf. Hauttransplantation, um Gewebsdefekt zu schließen
  • gegen Schmerzen nicht-opioide Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Indometacin, Naproxen und Metamizol; bei starken Schmerzen opioide Schmerzmittel wie Hydromorphon, Oxycodon, Tramadol und Tilidin
  • bei infektiösen Dekubitalgeschwüren Antibiotika wie Gentamycin und Framycetin.

 

Selbsthilfe und Vorbeugung

  • Wundsprechstunden besuchen
  • Lagerungsrichtlinien beachten (zum Beispiel bevorzugt betroffene Körperstellen abpolstern oder frei lagern, Schaffelle als Unterlagern, keine zu enge Kleidung und Falten vermeiden)
  • optimierte Hautpflege (Haut sollte sauber, trocken und geschmeidig sein), zum Beispiel mit pH-neutralen Lotionen oder Salben mit Bepanthen oder Ringelblume
  • rasche Reinigung und Pflege der Haut nach Schwitzen sowie der Ausscheidung von Urin oder Stuhl
  • angepasste Ernährung mit ausreichend Nährstoffen, Fett und Eiweiß sowie Vitaminen und Mineralstoffen; ausreichend trinken
  • wenn möglich frühzeitige Mobilisation.

 

Wann zum Arzt?

  • grundsätzlich und rasch bei Druckstellen auf der Haut von bewegungseingeschränkten und bettlägerigen Menschen
  • umgehend bei entzündlich veränderten oder dunkel verfärbten Hautarealen.

 

Ausführliche Informationen über Dekubitus und Behandlung von Dekubitus finden Sie bei meine-gesundheit.de

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