KRANKHEITSBILDER

Konkrete medizinische Informationen bei Gesundheitsproblemen von Akne bis Zahnschmerzen; deren Ursachen und Möglichkeiten der Vorbeugung. Alle Beiträge werden von Ärzten oder Apothekern erstellt und patientengerecht aufbereitet.




 
 
 

Azidose

 

Azidose ist die medizinisch korrekte Bezeichnung für Übersäuerung. Damit ist jedoch nicht die – meist ernährungsbedingte - Übersäuerung gemeint, die in den vergangenen Jahren vor allem in der Naturheilkunde zu einer vielfach gestellten Diagnose geworden ist. Vielmehr ist die echte Azidose eine lebensbedrohliche Entgleisung des Säure-Basen-Haushaltes, die einer intensivstationären Behandlung bedarf. Von einer Azidose sprechen Mediziner, wenn der Blut-pH-Wert unter 7,35 liegt. Dabei werden je nach Ursache zwei Formen unterschieden. Die sogenannte respiratorische Azidose entsteht atmungsbedingt, die metabolische Azidose ist eine stoffwechselbedingte Übersäuerung. Ohne ausreichend körpereigene oder therapeutische Gegenmaßnahmen verstirbt der Patient daran.

 

Symptome

  • bei respiratorischer Azidose
    • Atemnot
    • Blutdruckanstieg und Herzrasen
    • Blaufärbung der Lippen (Zyanose)
    • Schwäche, Verwirrung, Desorientiertheit
    • evtl. Koma (sogenannte Co2-Narkose)
    • vermehrtes Wasserlassen bzw. erhöhte Urinausscheidung
  • bei metabolischer Azidose
    • verstärkte und übermäßig tiefe Atmung (sogenannte Kußmaulatmung)
    • bei diabetischer Ketoazidose auffallend stark nach Aceton riechender Atem

 

Ursachen

  • bei respiratorischer Azidose
    • Asthma bronchiale
    • Lungenüberblähung (Lungenemphysem)
    • bindegewebsartiger Umbau von Lungenfunktionsgewebe (Lungenfibrose)
    • Störungen des Atemregulationszentrums im Gehirn
    • Atemeinschränkungen durch Verletzungen und Unfälle (zum Beispiel bei Brustkorbprellungen und Rippenbrüchen)
    • medikamentös bedingte Atemschwäche (zum Beispiel durch opioide Schmerzmittel wie Oxycodon und Hydromorphon sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel wie Diazepam und Lorazepam)
    • Langzeitbeatmungen.
  • bei metabolischer Azidose
    • vermehrte körpereigene Bildung oder übermäßige äußere Zufuhr von Säure (sogenannte Additionsazidose) durch Diabetes mellitus, Alkoholkrankheit, extremen Diäten, starken Muskelbelastungen, Schock, Vergiftungen (zum Beispiel durch Methanol, Glykol oder Medikamenten wie Acetylsalicylsäure)
    • verminderte Ausscheidung von Säure über die Nieren (Retentionsazidose) durch akutes Nierenversagen oder chronische Niereninsuffizienz
    • erhöhte Basenausscheidung bzw. Verlust von Bicarbonat-Ionen (Subtrationsazidose) durch andauernden Durchfall oder Einnahme von Carboanhydrase-Hemmern (Entwässerungsmittel)

 

Behandlung

  • bei respiratorischer Azidose
    • Atemtätigkeit steigern (Medikamente der Wahl sind Theophyllin und Beta-Sympathomimetika wie Salbutamol und Fenoterol)
    • bei ausgeprägter Azidose künstliche Beatmung
  • bei metabolischer Azidose
    • Gabe von Bicarbonat (zum Beispiel Natriumhydrogencarbonat) als Infusion; jedoch nur bei regelrechter Atemfunktion
    • bei diabetischer Ketoazidose Insulingabe bei intensivmedizinischer Überwachung
    • bei Nierenfunktionsstörungen gegebenenfalls Blutwäsche (Dialyse)
    • zudem ursächliche Erkrankung langfristig behandeln (gute Einstellung bei Diabetes ohne Blutzuckerspiegel-Entgleisungen, Therapie der chronischen Niereninsuffizienz sowie ausreichende Mineralstoff- und Flüssigkeitszufuhr)

 

Wann zum Arzt?

  • bei den geringsten Anzeichen einer Azidose (Atemnot, Desorientiertheit, tiefe und verstärkte Atmung sowie Bewusstseinsverlust) schnellstmöglich Rettungsdienst alarmieren.

 

Ausführliche Informationen über Azidose und Behandlung von Azidose finden Sie auf "meine-gesundheit.de"

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