DRV BUND startet Pilotphase

Deutsche Rentenversicherung Bund setzt ein Zeichen für Qualitätswettbewerb - Pilotphase soll Anfang 2018 starten

Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) hat in einer so genannten Verbindlichen Entscheidung ihres Bundesvorstands Grundsätze für die Beschaffung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation festgelegt. Geschaffen wurde damit ein transparentes, diskriminierungsfreies Zulassungsverfahren zur Auswahl von Reha-Einrichtungen. Nach Berücksichtigung des Wunsch- und Wahlrechts und sozialmedizinischer Auswahlkriterien soll die Belegung künftig RV-trägerübergreifend nach den Kriterien Qualität, Wartezeit, Preis und Entfernung erfolgen. Somit kann künftig jede geeignete Reha-Einrichtung mit jedem Träger der DRV unabhängig von einer Bedarfsprüfung einen Belegungsvertrag abschließen.

Die Einrichtungsauswahl soll aufgrund einheitlicher Kriterien erfolgen – und somit stärker nach Qualitätsaspekten gesteuert werden.

Eine bundes- und trägerübergreifende Projektgruppe der Rentenversicherung erarbeitete unter Einbeziehung von Qualitätsexperten aus Reha-Einrichtungen ein Konzept zur Berücksichtigung von Qualitätsindikatoren bei der Belegung von Reha-Einrichtungen. Die Projektgruppe entwickelte eine Kennzahl „Parameter Qualität“, diese setzt sich aus den Indikatoren des Qualitätssicherungsverfahrens der DRV zusammen und besteht aus: Behandlungszufriedenheit, subjektiver Behandlungserfolg, therapeutische Versorgung (KTL – Klassifikation therapeutischer Leistungen), Reha-Therapiestandards und Peer-Review.  

Der „Parameter Qualität“ soll zu 19 % in die Suche einfließen und wird, sofern notwendig, um mit 5  % gewertete Konsistenzpunkte ergänzt. Wobei die Konsistenzpunkte als Pluspunkte zu verstehen sind, die eine Einrichtung erhält, wenn sie bei mindestens vier Qualitätsindikatoren im oberen Drittel der Vergleichsgruppe liegt.

Bei einer weiteren Projektgruppe lag der Schwerpunkt der Arbeit beim konkreten Vorgehen bei der Auswahl der Einrichtung. Diese Gruppe schlägt eine Gewichtung der einzelnen Auswahlkriterien vor, der Schwerpunkt soll hierbei bei der Qualität liegen. Diese soll einen Anteil von 70 % ausmachen. Die Wartezeit bis zur Aufnahme soll eine Gewichtung von  20 % und der Preis zu 10 % erhalten.        

Die Transportfähigkeit des Rehabilitanden in Hinblick auf die Entfernung der Reha-Einrichtung zum Wohnort erhält zwar kein direktes Gewicht bei der Auswahl, kann jedoch im Einzelfall nach medizinischer Vorgabe berücksichtigt werden.

Anfang 2018 soll das neue Konzept nun in eine knapp 12-monatige Testphase kommen.  

Die DRV Bund wird das neue Auswahlverfahren gemeinsam mit zwei RV-Regionalträgern zunächst nur mit den Indikation Orthopädie/Rheumatologie erproben.

 

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