An Prävention geht auch für die Rentenversicherung kein Weg vorbei

 

„Die Prioritäten haben sich für die Rentenversicherung erweitert. Es muss jetzt klar heißen 'Prävention vor Rehabilitation vor Rente'“, betonte Karl Schiewerling in Münster bei der Tagung des Reha-Forschungsverbundes. Der Vorsitzende der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Westfalen und frühere Sozialpolitiker skizzierte die veränderte Aufgabenstellung durch Prävention und Reha bei der Jahrestagung des nordrheinwestfälischen Forschungsverbundes Rehabilitationswissenschaften.

„Die Prävention wird zunehmend einen stärkeren Stellenwert in und für die gesetzliche Rentenversicherung haben. Dabei wird die Rentenversicherung künftig eine noch aktivere Rolle einnehmen müssen. Zum einen wird sie für den Bereich der Prävention in der Gesellschaft mehr Verantwortung übernehmen, zum anderen wird sie die Gestaltung von Prävention vorantreiben“, verdeutlichte Schiewerling die Zukunftsaufgaben für die Rentenversicherung.

Zum NRW-Forschungsverbund, der unter Vorsitz von Prof. Dr. Bernhard Greitemann in Münster tagte, gehören Rehabilitationswissenschaftler, Reha-Mediziner sowie Klinken, Forschungseinrichtungen – u.a. die Uni Klinik Münster – und Sozialversicherungsträger. Die Tagung der Reha-Forscher bei der Rentenversicherung Westfalen stand unter dem Motto „Strategie der Zukunft: Traumatologie und Rehabilitation.“

Für die Rentenversicherung verwies Karl Schiewerling in seinem Beitrag darauf, dass der Erhalt der Erwerbsfähigkeit der Arbeitnehmer durch Veränderungen in der Arbeitswelt sowie auch in der privaten Lebenswelt vor großen Herausforderungen stehe. Im Kern ging es ihm einerseits um die Auswirkungen des Strukturwandels von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft. „Die Digitalisierung, Veränderungen der Arbeitsstrukturen sowie eine zunehmende Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse, Arbeitszeiten und Arbeitsorte führen zu neuen, erheblichen Belastungen für die Arbeitnehmer. Belastungen, die enorme Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit der Arbeitnehmer haben können“, wie der frühere Bundespolitiker auch mit einigen Praxisbeispielen belegte.

Schiewerling machte aber nicht allein die veränderte Arbeitswelt für diese Entwicklung verantwortlich: „Die Leistungsfähigkeit der Menschen wird zunehmend auch durch weitreichende Veränderungen im Privatleben und in Alltagsituationen beeinflusst. Überdies kommt es zwischen den Lebensbereichen Arbeit und Freizeit zu negativen Wechselwirkungen, die Belastungen erheblich verstärken können“, fasste Schiewerling zusammen.

Angesichts dieser Entwicklung stiegen Aufgabenstellung und Notwendigkeit für Prävention stetig und steil an. „Antworten wird darauf die Rentenversicherung durch Angebote neuer und erweiterter Präventions- und Reha-Konzepte geben“, sagte Schiewerling. Er machte jedoch auch ebenso deutlich eine entscheidende Einschränkung: Allein leisten könne die Rentenversicherung diese Aufgabenstellung nicht! „Der Einzelne selbst sowie die Gesellschaft müssen mehr Verantwortung für die Gesundheit übernehmen“, forderte Karl Schiewerling. Die Rentenversicherung könne dabei Hilfestellungen geben, damit diese Eigenverantwortung auch in der Praxis durch den einzelnen geleistet und gelebt werden könne.

 

 

Quelle: Deutsche Rentenversicherung Westfalen

 

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